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Liebe Freunde und Förderer des Blindenzentrums
Tibet und der Organisation Braille Ohne Grenzen,
In diesem Jahr sind wir mehrmals um die Welt geflogen, um Spenden für
die Zukunftssicherung des Tibet-Projektes, wie auch für den Bau des
internationalen Trainingszentrums in Kerala zu sammeln. Trotz der mittlerweile
großen weltweiten Medienpräsenz der Organisation Braille ohne
Grenzen fällt es uns immer noch nicht leicht, die notwendigen finanziellen
Mittel zusammen zu bekommen. Ein regelmäßiger Beitrag, wie z.
B. eine Mitgliedschaft
ist uns eine große Hilfe. Auch im Namen der blinden Kinder Tibets möchten
wir uns ganz herzlich für Ihre wertvolle Hilfe bedanken, und möchten
Sie bitten, weiterhin dem Projekt treu zu bleiben und auch andere Interessierte
als Mitglieder zu werben.
Aus einem winterlich kalten, aber doch sonnigen
Tibet wünschen wir ihnen ein frohes neues Jahr 2007.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Sabriye Tenberken, Ihr
Paul Kronenberg
Unser Blindenzentrum in Lhasa
Heute ist Frauentag in Tibet, nicht der internationale, sondern ein tibetischer
Feiertag, der seine eigenen Traditionen kennt. Frauen und Mädchen,
selbst die Kleinsten haben das Recht, den Männern und Jungen Geld abzuknöpfen.
Auf den Straßen und Plätzen Lhasas stellen Frauen und Mädchen
sich selbstbewußt den vorbei marschierenden Männern in den Weg
und lassen sie nicht eher gehen, bis der Wegzoll bezahlt wird. In allen
Läden, Cafes und Restaurants trifft man daher auf hektische Männer
die größere Yuanscheine in Kleingeld umtauschen.
"Eine unsinnige Tradition!" schimpft ein Tourist, "Frauen haben doch hier
in Tibet sowieso alle Macht!" Auch wenn das nicht ganz zutrifft, trifft
seine Aussage doch einen wahren Kern. Verglichen mit anderen Kulturen haben
Frauen in der tibetischen Gesellschaft eine recht starke und gleichberechtigte
Stellung. Niemand wundert sich über Frauen als Schuldirektorinnen,
Business-Managerinnen oder Frauen in hohen Regierungspositionen. Frauen
arbeiten in Anwaltsberufen, verdienen ihr Geld als Taxifahrerinnen und leiten
große landwirtschaftliche Betriebe, Berufe die im benachbarten Nepal
lediglich den Männern vorbehalten sind. Auch in unserem Projekt sind
es vor allem die Frauen, und hier handelt es sich besonders um die beiden
neuen blinden Lehrerinnen Kyila und Yudon, die die Organisation des Zentrums
in die Hand genommen haben, die mit Regierungsstellen verhandeln und (jetzt
wieder aktuell) Streitigkeiten mit Nachbarn ausfechten. Zusammen mit einem
tibetischen Anwalt, der sich pro bono für die Belange des Blindenzentrums
einsetzt, haben sie zwischenzeitlich einen ungenehmigten Bau stoppen können.
Ein Nachbar will ein vierstöckiges Hotel bauen, das dem Innenhof und
dem Wintergarten alles Sonnenlicht nehmen würde. Kyila und Yudon beharren
standhaft auf ihrem Recht, doch der Anwalt bleibt skeptisch: "Was bedeutet
schon ein Gesetz in einer Gesellschaft, in der das Zivilrecht noch in der
Pubertät steckt und von den wenigsten ernstgenommen wird."
Die neue Eigenständigkeit
Das Projekt des Blindenzentrums Tibet, das von Anfang an als „Hilfe zur
Selbsthilfe“ angelegt war, ist in diesem Jahr in seine entscheidende Phase
getreten. Wichtige Aufgaben, die bisher in unserem Verantwortungsbereich
lagen, wie Buchführung, Unterrichtsplanung, Erstellung von Lehr- und
Lernmaterialien und Behördengänge werden bereits weitgehend von
unseren Mitarbeitern übernommen.
Dieser wichtige Schritt zur Selbstständigkeit geht nicht ganz schmerzfrei
vonstatten. Einige Mitarbeiter, die mit dieser neuen Eigenständigkeit
und größeren Verantwortung nicht zurecht kamen, haben sich aus
dem Projekt zurückgezogen. Inzwischen haben ehemalige Schülerinnen
und Schüler des Blindenzentrums ihre Plätze eingenommen. Die
jungen Kollegen sind hoch motiviert und engagiert. Sie entwickeln ihre
eigenen Unterrichtsmodelle und schaffen so eine neue Struktur. Das große
Engagement und der Ideenreichtum der neuen Lehrkräfte stößt
bei den Alteingesessenen allerdings nicht auf Gegenliebe. „Sie sind noch
zu jung!“ beklagt sich eine langjährige Lehrerin über die neuen
Kollegen, die einmal zu ihren ersten Schülerinnen und Schülern
zählten. „Wie alt darf man sein, um Ideen zu entwickeln?“, kontert
Kyila, die gerade mit vielen Anregungen von einem einjährigen Auslandsaufenthalt
in England an die Schule nach Lhasa zurückkam. Kyila und Yudon, (letztere
auch eine ehemalige Schülerin, die zwischenzeitig auf eine reguläre
Schule ging), haben den Englisch- und Chinesisch-Unterricht revolutioniert.
Sie haben neue Lehrmittel angeschafft und die „Mauseklasse“ (die Frühförderung)
vollkommen umgestaltet. Gyenzen, ebenfalls ein ehemaliger Schüler, leitet
die Braille-Druckerei und sorgt dafür, dass alle blinden Schüler
der Regelschule rechtzeitig mit Braille-Lehrmaterialien versorgt werden.
Die jungen Mitarbeiter – sie werden „die Dreierbande“ genannt – versuchen
mit neuen Regeln über Jahre eingeschliffene Routinen aufzubrechen.
„Wer fehlt, muss vertreten werden, und die Vertretung muss dafür von
der fehlenden Person entschädigt werden.“ „So strikt ging es noch nie
zu.“ murrt die langjährige Köchin. „Ich sehe nicht ein, mich von
meinen eigenen Schülern maßregeln zu lassen.“ beschwert sich
eine der Lehrerinnen. „Wenn wir das Projekt ohne Paul und Sabriye
weiterführen wollen, müssen wir jetzt alle zusammenarbeiten.“, so
die „Dreierbande“, die äußerst überrascht und zerknirscht
auf den Unmut der älteren Mitarbeiter reagiert. Paul und ich bemühen
uns, uns so weit wie möglich aus solchen internen Konflikten herauszuhalten,
freuen uns aber über den neuen Wind, die gute Laune der jungen Lehrer,
die ohne Frage sich auf die ganze Schule auswirkt und hoffen inständig,
dass sie sich zwar von ihren älteren Kollegen beraten, aber niemals
bremsen lassen.
Massageklinik
Die Massageklinik ist an die Ausbildung zur
dreijährigen medizinischen Massage- und Physiotherapie angegliedert.
Sie wurde vor einigen Jahren von den ersten Absolventinnen Kyila und Diggi
eingerichtet. Später kamen nach bestandener Prüfung Tenzin, Tashi
und Drolma dazu. Sie haben weitere Räume angemietet und sie nach ihren
Bedürfnissen ausgebaut. Heute bietet die Klinik ihren Patienten
/ Kunden chinesische Massage, Physiotherapie, Tai-Massage, Akkupressur
und Ölmassage. Die Klinik befindet sich im Zentrum Lhasas auf der
Beijing Dong Lu gegenüber dem Kyichu-Hotel. Besonders für Touristen
ist die Klinik eine Attraktion. Dem entsprechend wird in den Hotels und
Restaurants Werbung gemacht. Wie das Blinden-Zentrum, so hat auch die Massageklinik
den Übergang zur Selbstständigkeit recht erfolgversprechend geschafft.
Seit diesem Sommer wird die Klinik nicht mehr durch Braille-ohne-Grenzen
bezuschusst. Auch Buchführung und Management haben die blinden Masseure
übernommen.
Man wollte einen Manager und einen Buchführer wählen. Zunächst
gab es jedoch unterschiedliche Ansichten darüber, wie ein Manager
beschaffen sein muss und welche Aufgaben er oder sie übernehmen
soll.
Zu Beginn war klar, das Amt des Managers müsse an den oder die Älteste
gehen. Er oder sie solle am meisten verdienen, brauche aber am wenigsten
zu arbeiten. Genau so kennt man es hier in Tibet aus anderen Betrieben.
Nach längeren Überlegungen kam man jedoch darauf, dass es eigentlich
sinn er wäre, einen Manager zu wählen, der selbst viele Ideen
hat, die anderen mitreißen kann und auch als Sprachrohr für die
Klinik fungiert. Daher schien es ihnen dann doch als vorteilhafter einen
manager zu wählen, der gerne mit Touristen, Hoteleigentümern und
Regierungsbeamten verhandelt und keine Scheu hat, englische und chinesische
Sprachkenntnisse anzuwenden. Also wählte man gerade den jüngsten,
den 17-jährigen Lobsang aus Lhatse. Das Amt des Buchführers, da
waren sich alle einig, sollte Tenzin übernehmen. Er sei in Geldfragen
immer sehr korrekt. Lobsang und Tenzin stürzten sich gleich mit Feuereifer
auf ihre neuen Aufgaben. Sie organisierten ein Leucht-Werbe-Plakat an der
Außenwand der Klinik (s. Bild oben) und machten Interviews mit verschiedenen
Radio- und Fernsehstationen, und tatsächlich läuft die Massage-Klinik
nun erfolgreich in reiner Selbstverwaltung.
Die Trainingsfarm in Shigatse
Neue Schüler in der Selbstintegration
In der Nähe der Trainingsfarm gibt es eine kleine Dorfschule, in
der seit einem Jahr Dachung, Panden, Gyurmi und Norbu unterrichtet werden.
Die Dorfschullehrer waren von den blinden Schülern so begeistert, dass
sie uns fragten, ob wir noch weitere solcher Schüler schicken könnten.
Tatsächlich gab es am Blindenzentrum (in unserer Schule) eine große
Gruppe von Schülern, die auf ihre Einschulung in eine Regelschule
warteten. Die Schule in Metrogonga weigerte sich jedoch weitere Schüler
aufzunehmen. Und so kam die Anfrage aus Shigatse sehr willkommen. Sieben
neue Schüler wurden getestet und in die dritte und vierte Grundschulklasse
eingestuft. Alle fanden schnell Anschluss und kommen im Unterricht gut
mit. Laut Mike sind sie auch für die Atmosphäre in der Farm eine
große Bereicherung.
Neue Tiere
Die Trainingsfarm hat zusätzlich Tiere bekommen. Fünf lokale
Milchkühe, ein neues Fohlen (das sechste Pferdchen) und 18 neue Welpen,
die von den Integrationsschülern adoptiert und an die Herausforderungen
des Lebens nach allen Methoden gewöhnt werden. Der Lieblingshunde-Trainingsplatz
ist die Fitneshalle und dort besonders das Laufband. Die Welpen werden auf
das Laufband gestellt und dann wird angeschaltet. Trainiert werden zunächst
die Hinterpfoten, dann die Vorderpfoten und schließlich dürfen
die kleinen Hunde auf vier Pfoten rennen. Wir waren zunächst entsetzt,
doch dann erklärte uns Mike, dass die Welpen es mittlerweile nicht
mehr abwarten können, in den Fitnessaal gelassen zu werden.
Eco-San-Toiletten
Um menschliche Fäkalien optimal für den landwirtschaftlichen
Betrieb nutzen zu können, entschieden wir uns für ein Toilettensystem,
das von der deutsch/niederländischen Organisation Ecosan entwickelt
und erfolgreich in zentralasiatischen Ländern getestet wurde. In diesen
Toiletten werden die Fäkalien und der Urin von einander getrennt gesammelt.
So können die Fäkalien schneller fermentiert und als natürlicher
Dünger genutzt werden. Der Urin wird in einem Tank gesammelt und kann
ebenfalls nach einigen Wochen frei von Krankheitserregern als Dünger
auf den Feldern verwendet werden.
Die Schülerinnen und Schüler der Trainingsfarm wurden einzeln
in die angemessene Nutzung eingewiesen. Sie verstehen, dass alle organischen
„Abfälle“, wie auch menschliche Fäkalien, einen großen
Wert für die Landwirtschaft darstellen.
Nähere Informationen über das Konzept Ecosan finden Sie im
Internet unter http://www.ecosanres.org
Hunde Fittness
Kyila unterrichtet die Mause Klasse
Dawa fuettert unsere Kuehe
Kompostierungsanlage
In diesem Herbst wurde die Kompostierungsanlage fertiggestellt. Sie besteht
aus zwei überdachten Arbeitsbereichen. In der Mitte befindet sich
eine offene Durchfahrt für Traktor und Schubkarren, damit organisches
Material gleich zu den entsprechenden Arbeitseinheiten transportiert werden
kann. Auf der einen Seite der Anlage befinden sich die Häcksel-Maschinen.
Es handelt sich dabei um zwei kleine und zwei große Häcksler und
zwei Verfeinerungsmaschinen, je nach Größe der organischen Materialien.
Auf der anderen Seite der Durchfahrt werden große rechteckige Tröge
eingebaut, in denen der Kompost gewendet wird.
Quadratmeter-Garten
Mike konstruierte in diesem Sommer neue Kleingewächshäuser
mit einer Tiefe von einem Meter. Diese sog. Quadratmetergärten können
von Blinden eigenhändig bestellt, gepflegt und sogar selbst gebaut
werden.
Lehrgang zur Milchvieh-Haltung
Ein deutscher Tierzucht-Experte, Boris Schiele, unterrichtete die lokalen
Mitarbeiter und einige unserer Schüler in speziellen Fütterungsprogrammen,
im Melken und in der Mistverarbeitung.
Der Schwerpunkt des Trainings lag jedoch in der Milchwirtschaft. Zur
Fütterung der Tiere produzieren wir unser eigenes Getreide. In dieser
Weise können wir die Qualität der Milch garantieren. Durch die
veränderten Futterbedingungen hat sich die Milchproduktion bereits
beträchtlich erhöht. Infolgedessen nimmt auch die Käseproduktion,
die im Herbst 2005 angelaufen war, langsam an Quantität und an Qualität
zu. Zur Zeit verkaufen wir den Käse in Lhasa und Umgebung. Ein Freund
aus Shanghai ließ unterschiedliche Käsesorten unserer Käserei
in einem französischen Delikatessengeschäft testen. Man bewertete
sie mit „gut“ bis „sehr gut“ und möchte mehr in der Zukunft einkaufen.
Wir hoffen durch den Käseverkauf so viel Einkommen zu erzielen, dass
zumindest ein Teil der laufenden Kosten damit gedeckt werden kann.
Totnes School of England
In diesem Jahr haben 3 unserer ehemaligen blinden Schülerinnen und
Schüler ein Auslandsstudium in Europa erfolgreich durchführen können.
Kyila besuchte für ein Jahr „the Totnes school of English/intermediate
und anvanced intermediate studies“ und Nyima in der gleichen Einrichtung
für eineinhalb Jahre den pre-intermediate-Kurs. Sie lernten zusammen
mit sehenden Europäern und Asiaten. Ihre Lernmaterialien in Braille
erhielten sie zum Teil aus unserer hauseigenen Druckerei und zum Teil von
der RNIB. Wie ihre sehenden Mitschüler wurden sie in einheimischen Familien
untergebracht und lernten bald, sich in der Kleinstadt Totnes eigenständig
zurecht zu finden. Beide fanden schnell Anschluß und kamen, auch Dank
des großen Engagements der Lehrer und Gastfamilien, gut bis sehr gut
im Unterricht mit. Kyila und Nyima sind beide sehr selbstständig und
so unternahmen sie kleinere und größere Reisen z. B. nach London
auf eigene Faust. Cornelia van der Horst-Tenberken besuchte die beiden regelmäßig
und war Zeugin eines stetigen Fortschritts.
Während ihres Englischstudiums äußerten Kyila und Nyima
Wangdu den Wunsch, auch einige Einrichtungen für Blinde aufzusuchen,
um sich Anregungen für das Blinden-Zentrum in Lhasa zu holen. Wir hatten
zunächst Bedenken, glaubten wir doch, sie empfänden ihr eigenes
Zentrum in Tibet im näheren Vergleich als rückständig. Überrascht
waren wir allerdings über ihre Reaktion: Beide waren wie erwartet begeistert
von den Computeranlagen und schwärmten von den Computerkenntnisen
der englischen Schüler, amüsierten sich jedoch über die
modernen Spielereien, wie Geräte, die anzeigen, ob ein Glas voll ist,
oder andere die angeben ob es draußen gerade regnet oder die Sonne
scheint. Dann aber erklärten Kyila und Nyima einstimmig: Blinde, die
in Tibet zur Schule gehen, seien den britischen Blinden, die sie während
ihres Auslandsaufenthaltes getroffen hätten, in mancherlei Hinsicht
weit voraus, nämlich im Lesen und Schreiben der Brailleschrift. „Sie
arbeiten nur noch mit Hörbüchern und Sprachausgabe,“ so Nyima,
„das hat mit richtigem Lesen überhaupt nichts zu tun!“ Kyila
fügt hinzu, dass die tibetischen Blinden im Unterschied zu den
englischen keine Scheu haben, den weißen Stock als Hilfsmittel einzusetzen.
„Die Blinden in England wollen wohl nicht auffallen und können sich
daher nicht vorstellen, dass man als Blinder unabhängig und alleine
reisen kann.“
Norbu und Chungla in der Kaesefarm "De Heileuver" in Holland
Norbu und Chungla im Käseparadies
Holland
Norbu, 16 Jahre alt, Schüler der ersten Generation, reiste im September
diesen Jahres zusammen mit Chungla, einer langjährigen Mitarbeiterin
für sechs Wochen in das ostholländische Ommen, um bei Marinus
und Joke Post das Käsehandwerk zu erlernen. Marinus erzählte begeistert
von der engagierten Mitarbeit der Tibeter, und Norbu und Chungla zeigten
sich bei ihrer Rückkehr nicht weniger darüber begeistert, was
sie alles in der kurzen Zeit gelernt hatten.
Die beiden wurden in Herstellung unterschiedlicher Käsesorten, Handhabung
spezifischer Gerätschaften und Kuhhaltung ausgebildet. Mike, unser
kanadischer Mitarbeiter in der Farm ist nun glückliche Testperson ganz
neuer Käsesorten. Käse mit Zwiebeln, Knoblauch und einheimischen
Kräutern, Käse mit sonnengetrockneten Tomaten, mit Nüssen
usw. Die Experimentierfreude der beiden tibetischen Senner kennt keine Grenzen.
Ladakh:
Für ein Blinden-Zentrum in Ladakh wurde in diesem Jahr endlich,
dank der Hilfe von Kelsang Dodin, von Regierungsseite ein Stück Land
zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren des Blinden-Zentrums werden
zukünftig mit dem Zentrum Mahabodhi zusammenarbeiten. Dort wurde bereits
eine kleinere Schule für Blinde eingerichtet. Braille ohne Grenzen
wird dieses Unternehmen so gut wie möglich unterstützen.
Kerala:
Der Bau des Internationalen Zentrums für Entwicklung und Projektplanung
(„International School for Development and Projectplanning“ ISDEP ) ist
in vollem Gange. Das Zentrum befindet sich an einem Süßwassersee,
etwa 10 km von Trivandrum entfernt. Es wird im ökologischen Stil gebaut,
mit Regenwasser-Speichersystem, mit Biogas-Anlage, einer Solar- und eventuell
auch einer Windenergie-Anlage.
In diesem Zentrum werden zukünftige Blinde und Sehbehinderte, Projektorganisatoren/Initiatoren
aus aller Welt ausgebildet, um in ihren Heimatländern und Regionen
soziale Projekte aufzubauen. Die Ausbildung dauert ein Jahr und beinhaltet
Kurse im Fund-Raising, im PR-Bereich, Management, Projektplanung, IT-Kommunikation
und Englisch.
Mitarbeiter des Trainingszentrums sind Raja
Bhadresh, Tigi Phillip und Renjith.
Raja Bhadresh: Mitgründer
Bhadresh ist ein sehr engagierter Mitgründer des Charity Trust Braille
Without Borders in Trivandrum. Er ist manager einer Werbe-agentur. Er kümmert
sich um die offiziellen Papiere des Projektes.
Tigi Phillip: Geschäftsführerin
Tigi Phillip ist studierte Betriebswirtin und stammt aus Kerala. Sie
spricht Hindi, die Regionalsprache Malayalam, Englisch und Deutsch. Sie
unternimmt Gespräche mit Regierungsbeamten, sorgt für die Anerkennung
des Zentrums durch das lokale Kultusministerium. Tigi ist dabei, geeignetes
Personal, Lehrer und einen zukünftigen Direktor ausfindig zu machen.
Renjith: Bauaufsichtsleiter
Renjith überwacht die Baumassnahmen und schickt wöchentlich
Berichte und Fotos vom Fortschritt der Baustelle in Trivandrum.
Weitere Informationen über das ISDeP Zentrum finden Sie unter www.blinden-zentrum-tibet.de
Und hier noch einige neuere Ereignisse
Erste Spendensammlungsaktion in China:
Vier Schüler reisten im September nach Shenzen, um dort bei einem
großen Bau-Unternehmen das Projekt durch Lieder, Tänze und Reden
vorzustellen. Die vier wurden zusammen mit unserer Köchin als Begleitperson
zu einer Feier des bekannten Bergsteigers Wang She eingeladen, der das
Projekt bereits unterstützt hat und auch in der Zukunft weiterhin
unterstützen will. Die blinden Kinder hatten die Möglichkeit,
das chinesische Meer kennenzulernen.
Neue Augen
Nyima Wangdu ließ sich während seines Europa-Aufenthaltes
an den Augen operieren. In Deutschland bei Herrn Rothhaupt und in England
bei Dr. Vicky Lee und Katie Morgan. Er ist nun stolzer Besitzer von schwarzen,
eindringlich funkelnden Glasaugen und einem T-Shirt mit der Aufschrift “I
look good on the Dancefloor!”
Marketing Kurs
6 Schüler des Blinden-Zentrums und 2 Mitarbeiter nahmen im Sommer
an einem umfassenden Marketing-Kurs teil. Unter der Leitung des Business-Experten
Matthew McGarvey entwickelten sie Ideen zur langfristigen Sicherung des
Projektes. U.a. entstand die Idee zu einem Hotel, das nur von Blinden entworfen
und später geleitet werden soll.
Delegation aus Nord Korea
Die Organisation Handicap International lud eine Delegation Offizieller,
die sich um die Belange nordkoreanischer Behinderter kümmert, nach
Tibet ein und brachte sie auch in unser Zentrum. Die Begegnung war herzlich
und die Nordkoreaner begegneten unseren Konzepten mit großem Interesse.
Der Kontakt soll aufrecht erhalten bleiben.
Dokumentarfilm : "Blindsight"
Der Dokumentarfilm Blindsight, ein Film über die Lhakpa Ri - Besteigung
mit dem blinden Bergsteiger Erik Weihenmayer und 6 unserer blinden Schüler
im Herbst 2004, hatte am 11. September in Toronto Weltpremiere. Dank der
großen künstlerischen Fertigkeit des Cutters Sebastian Duthys,
des Filmkomponisten Nitin Sawhney, der Regisseurin Lucy Walkers und des
Engagements der Produzentin Sybil Robson, ist es ein phantastischer Film
geworden, der nun verdienterweise für den Oskar vornominiert wurde.
Wir drücken ihm alle Daumen! Mehr Info: http://www.blindsightthemovie.com
Neues Buch ,Das siebte Jahr"
Mein neuestes Buch „Das Siebte Jahr / von Tibet nach Indien“ ist endlich
erschienen. Auch in diesem Buch geht es um die Bergbesteigung. Das Haupt-Thema
ist jedoch unsere Sicht auf die vergangenen sieben Jahre in Tibet. Es geht
auch um die Veränderungen der letzten Jahre in Tibet, und es geht
im Besonderen um die teils erschütternden, aber auch ermutigenden
Hintergrundgeschichten der 6 uns begleitenden Jugendlichen.
Das Buch gibt es HIER
Preise und Anerkenning
Die Organisation Braille ohne Grenzen hat in diesem Jahr wieder einige
wichtige Auszeichnungen erhalten.
- Chomolangma Award, eine Auszeichnung der Autonomen Region Tibet
- National Friendship Award, eine der höchsten Auszeichnungen der
chinesischen Regierung,
vergeben an in China arbeitende Ausländer.
- Mother Teresa Award, eine Auszeichnung, die weltweit einmal im Jahr
an sozial engagierte
Organisationen und Persönlichkeiten vergeben wird. Andere
Preistträger in diesem Jahr sind u. a.
Andrea Bocceli, Václav Havel, Nelson Mandela und Tenzin
Gyatso HH the Dalai Lama. Braille Ohne
Grenzen wurde sogar zwei mal ausgezeichnet:
- Sabriye Tenberken: ”For her role as World Human Rights Activist and
Servant of the Blind”
- Braille Ohne Grenzen: ”For leading the Blind out of darkness”
- Kinderpreis, eine Auszeichnung für soziales Engagement für
Kinder, vergeben durch den
Junior-Verlag in Nürnberg
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