Braille without borders the right to be blind without being disable


NEU
Lesereise 2007


JAHRESBERICHT 2006


interview Sabriye Tenberken & Paul Kronenberg


PROJEKT KERALA

- Konzept
- Application form

PROJEKT TIBET
- Konzept
- Besuchszeiten Lhasa

- Info Förderkreis

Unterstützung:
- Spende
- Mitgliedschaft

Info Bücher:
- NEU: Das siebte Jahr
- Mein Weg führt nach Tibet
- Tashis neue Welt


- Bericht Mai 2006
- Jahresbericht 2005
- Jahresbericht 2004

- Reisebericht Geschaeftsfuehrerin

- Bericht Ladakh


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 GRÜNDER

SABRIYE TENBERKEN (1970, German)
Initiatorin des Projektes ist Sabriye Tenberken. Sie ist seit Geburt sehgeschädigt. Eine angeborene fortschreitende Netzhaut-Degeneration führte langsam zur Erblindung. Während ihres Studiums an der Friedrich-Willhelms-Universität, Bonn, befasste sie sich im Rahmen der Zentral-Asien-Wissenschaften mit den Schwerpunkten "Tibet" und "Mongolei". Hinzu kam ein Intensivkurs der modernen chinesischen Sprache. Als Nebenfächer wählte sie Philosophie und Soziologie. Da sich zuvor noch kein Blinder an den Studiengang der Zentralasien-Wissenschaft gewagt hatte, konnte Sabriye Tenberken auf keinerlei Erfahrung zurückgreifen und musste eigene Methoden zur Bewältigung des Studiums entwickeln. Auf diese Weise entstand im Jahre 1992 eine tibetische Blindenschrift, die auf der in Europa und Amerika bewährten Sechs-Punkte-Brailleschrift basiert und die in ihrer Konzeption an das tibetische Silbenschriftsystem angelehnt ist. Sie ist daher auch für tibetische Blinde, die bisher keine eigene Blindenschrift hatten, leicht zu erlernen.

Tibetische Originaltexte liest Sabriye Tenberken mit Hilfe eines Optacons, einer in Amerika hergestellten Kamera, die alle Schriftzeichen in Impulse umsetzt und sie auf den Zeigefinger der linken Hand projeziert. Ausserhalb des Studiums engagierte sich Sabriye Tenberken in der Hochschulpolitik. So arbeitete sie drei Semester lang als studentische Behindertenbeauftragte im Asta, dem Allgemeinen Studierenden Ausschuss der Universität Bonn. Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in Nepal und Tibet wurde sie im April 1994 vom Bonner Studierenden-Parlament für ein Jahr zur stellvertretenden Asta-Vorsitzenden und im Januar 1995 von der Studierendenschaft als Vertreterin der alternativen Fachschaftenliste in den Senat der Universität gewählt. Im Sommer 1995 wurde sie Mitglied einer Senats-Strukturkommission, die sich mit der Schaffung regionalwissenschaftlicher Schwerpunkte an der Bonner Universität, bezogen auf Zentral- und Süd-Ost-Asien, beschäftigt. Diese Schwerpunkte stehen im Zusammenhang mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung Nord-Süd.

In diesem Rahmen erarbeitete sie zusammen mit Professoren und Doktoranden des Zentral-Asiatischen Seminars eine europaweit einzigartige Konzeption für einen Diplomstudiengang "Regionalwissenschaften Zentral-Mittel-Asien", in dem Studierende vornehmlich in Gegenwartskunde und moderner Sprache des Mongolischen, Tibetischen oder Zentral-Asiatisch-Türkischen zu ortskundigen Entwicklungshelfern ausgebildet werden sollen. Dieser Studiengang wurde bereits im Winter 1995 genehmigt und konnte im Wintersemester 1996/1997 eröffnet werden. Aus Forschungsgründen reiste sie ohne sehende Begleitung im Sommer 1997 nach Tibet. Ihr Interesse galt im besonderen den Lebensbedingungen blinder Menschen speziell im tibetisch-sprachigen Raum. In der Autonomen Region Tibet lernte sie blinde Jugendliche und Erwachsene kennen, die ihr über ihre Lebensgeschichte sehr schnell vermittelten, was Blindsein in Tibet bedeutet. Angeregt durch diese Gespräche erarbeitete sie ein Konzept für ein Programm, in dem vorerst blinde Kinder unterrichtet werden sollen. Sabriye Tenberken ist in Lhasa für die Koordination, Organisation und Planung des Projektes verantwortlich. Sie übernahm zu Beginn das Training der Ausbilder und den Blindenschriftunterricht der Schüler. Diese Aufgabe wurde aber bereits an ausgebildete Lehrkräfte des Zentrums weitergeleitet. Zuständig ist sie für die Kommunikation mit chinesischen Behörden und internationalen Organisationen und wirbt durch Medienauftritte und Präsentationen weltweit für das notwendige Spendenaufkommen.

Bücher durch Sabriye

Mein Weg führt nach Tibet
Autorin: Sabriye Tenberken
Fotos: Paul Kronenberg

Tashis neue Welt
Autorin: Sabriye Tenberken
Fotos: Olaf Schubert


PAUL KRONENBERG (1968, Dutch)
Der Niederländer Paul Kronenberg ist seit Mai 1998, zusammen mit Sabriye Tenberken am Aufbau des Projektes beteiligt. Er absolvierte vier Studiengänge in den technisch-wirtschaftlichen Bereichen: Mechanical Engineering, Computer Science, Commercial Technology und Communication System Science. Während seiner Ausbildungszeit arbeitete er in unterschiedlichen Entwicklungshilfe-Projekten in Afrika, Osteuropa und in China. Er war tätig beim Schweizer Roten Kreuz in Shigatse (Tibet) als Konstrukteur und Bauleiter einer Katastrophen-Hilfs-Station und eine Medizin Schule. Seine Projekt-Erfahrung und seine ausgezeichnete technische und wirtschaftliche Schulung liessen ihn zu einem unentbehrlichen Projekt Partner werden. Er übernahm die Buchführung, die Installation und Pflege der Computer-Anlagen und die Computerschulung des Personals, zudem leistet er alle notwendigen Reparaturen von Geräten und Schulausrüstung bis hin zu Ausbesserungs-arbeiten an den Schul- und Wohngebäuden. Er konstruierte die Pläne für den benötigten Neubau des Zentrums und leitete zusammen mit einem chinesischen Baukonstrukteur den Neubau. Gemeinsam mit Sabriye Tenberken erarbeitet Paul Kronenberg das Informationsmaterial für das laufende Projekt, wie Broschüren, Flugblätter u.a.m. und kümmert sich um Sponsoring.