Es
ist kalt, der Himmel ist bedeckt. Die Strassen Lhasas sind
wesentlich weniger befahren als sonst zu dieser Zeit. Je naeher man
in die Innenstadt kommt, desto bedrückender die Atmosphaere.
Grosse Teile der Innenstadt sind abgesperrt.
Es
fühlt sich an, als haette jemand eine Wolldecke über
Lhasa gebreitet. Eine unangenehme Stimmung. Schweigen lastet auf der
Stadt - es ist zu ruhig für diese Zeit. Wir spüren die
unterschwellige Aggression.
Im
April waeren sonst schon die ersten Touristengruppen eingetroffen.
Doch die Stadt ist leer. Hier und da haengt noch Rauch in der Luft.
Nun ja, man weiss manchmal nicht, ob es erkaltete
Yack-Dung-Rauchschwaden sind - aber vor einem Haus sind wir uns sicher.
Ein Laden ist vollkommen ausgebrannt. Hier riecht es nach verschmortem
Plastik.
Stadtbummel
in der Innenstadt sollen eigentlich unterlassen werden. An jeder Ecke
stehen Ruecken an Ruecken bewaffnete Posten, die Ausweise
kontrollieren, Taschen durchsuchen und Fragen nach dem Zielort stellen.
Paul und ich haben mehr Bewegungsfreiheit als unsere tibetischen
Mitarbeiter. Nur die blinden Schueler haben die besten Karten. Da
viele von ihnen nicht ueber Ausweispapiere verfuegen, machten
sie mit den meist freundlichen Wachtposten einen Deal. Wenn sie sich
mit einem weissen Stock als Blinde auswiesen, muessten sie
ruhig die Innenstadt betreten koennen, denn, so ihre Argumentation,
sie wuerden sowieso nicht sehen koennen, was man nicht sehen
solle.
Nur Paul darf sehen, was viele nicht sehen
sollen. Wir kommen fast bis zum Barkhor. Der Barkhor selbst ist aber
abgesperrt. Niemand darf auf den Platz vor dem Jokhang-Tempel. Paul
lugt durch ein paar Seitengassen. Statt der ueblichen bunten
Marktstaende und vollgestopften Geschaefte sieht er schwarze
russige Loecher.
Liebe
Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Foerderer des Blindenzentrums
in Tibet und der Organisation Braiille Ohne Grenzen,
Dieses
letzte Halbjahr ist wieder einmal in hohem Tempo an uns vorbeigefegt.
Ein Ereignis jagte das andere. Es gab viele erschuetternde aber
auch aufmunternde und zukunftsweisende Geschehnisse.
Diesmal
wird es ein chronologischer Bericht, der seinen Anfang in Deutschland
nimmt.
Januar
Mit Personenschutz durch
Deutschland
Die Blindsight-Kinotour
"Ich
bin Markus, Personenschuetzer, Fahrer, Reisebegleiter oder auch
Maedchen fuer alles."
Mit
Markus begann unsere 14-taegige 23-Staedte-Tour durch
Deutschland und durch die Schweiz. Es war eine intensive Werbetour
fuer den Dokumentarfilm Blindsight, und Dank des Humors und der
Gelassenheit unseres Begleiters bekamen wir bei all der Termindichte
keinen Herzinfarkt. Ein wenig komisch war es schon, mit einem
Personenschuetzer zu reisen. Doch alarmiert durch abstruse E-Mails,
die uns waehrend der Tour etwas zu denken gaben, E-mails ohne Namen
und mit absurden Aufforderungen, waren wir schliesslich sehr
dankbar fuer seine Anwesenheit. Er sorgte dafuer, dass wir nach
den Auftritten ohne Probleme die Theater verlassen konnten und hielt
uns bei Autogrammstunden buchstaeblich den Ruecken frei. Dabei
passierte es auch, dass er einen bekannten Politiker, der sich aus
einem unguenstigen Winkel heraus von uns verabschieden wollte
beinahe in die Rippen stiess und nach einer Veranstaltung einen
alten
Schulfreund,
der sich mir all zu selbstbewusst naehern wollte, kurzerhand
niederrang. Trotz gut besuchter Premieren und ueberwiegend
positiver Kritiken in Radio, Fernsehen und Printmedien, blieb der
erwartete Erfolg leider aus. Jetzt hoffen wir auf eine erfolgreiche
Blindsight-DVD.
Februar
Wenn
Tashi auf Mickey Maus trifft und Jaws aus dem Wasser springt
Mit
fuenf blinden Tibetern durch Amerika
"Pfuidje!
What's that?! A huge rat!!" Das war die erste Reaktion auf ein
einmetervierzig grosses Fellbuendel, das im Boogie Woogie-Takt
mit grossen Erwartungen auf die blinden Teenager zu tanzte. Es
dauerte etwas, die fuenf Tibeter davon zu ueberzeugen, dass es
sich um einen Menschen in einem Mickey Mouse-Fellkostuem und nicht
um eine uebergrosse Ratte handelte.
Tashi,
Kyila, Dachung, Bungzo und Gyendsen waren von Sybil Robson der
Blindsight Produzentin zu einer einmonatigen US-Erkundungstour
eingeladen worden. Tendsin, der sechste im Blindsight-Team hatte nicht
mehr rechtzeitig seinen Pass bekommen und musste sich nun
nachtraeglich mit den Geschichten der Heimkehrer begnuegen.
Zu
den intensivsten Eindruecken gehoerten Schlittschuhfahrten im
Central Park, Hanggliding, Fastfood und Rolercoasters. Bei einer
Presseveranstaltung erklaerte Bungzo auf die Frage, was sie denn an
den USA am meisten beeindruckt haette, ohne zoegern:
"Spacemountain!" Dabei handelt es sich um eine halsbrecherische
Achterbahn, die mindestens sechsmal genommen werden musste, bevor Paula
Davie,
die
uns bei der Tour begleitete, mit weichen Knien Protest einlegte.
Verwundert aeusserten sich die fuenf ueber Paulas
Schreckensschreie bei einer Tour durch die Universal Film Studios. Als
sie ihnen erklaerte, dass
gerade
Jaws aus dem Wasser gesprungen sei, war die Ratlosigkeit nicht
geringer. Jaws kennen unsere tibetischen Blinden lediglich als Name
fuer eine Sprachausgabe fuer den blindengerechten Computer.
In
einem Bericht fasste Kyila die Reise folgendermassen zusammen:
"Ich habe immer gedacht, dass Blinde es bei uns in Tibet besonders
schwer haben. Aber es gibt selbst in Amerika Diskriminierung. Wir haben
geglaubt, da drueben sei jeder Blinde wie Erik, aber jetzt haben
wir manchmal das Gefuehl, dass
wir
mit Blindheit selbstbewusster umgehen, als manche amerikanische
Blinde."
Das wichtigste, was sie ihrer Meinung nach auf dieser Tour erfahren
haben, ist, dass sie vielen blinden Amerikanern in den Bereichen
Mobilitaet und Computer keineswegs nachstehen. Tatsaechlich
mussten sie einem Computertrainer fuer Blinde erklaeren, wie
man SKYPE nutzt und im Internet chattet. Auch gab es eine Sitzung mit
amerikanischen blinden Teenagern ueber Freizeitaktivitaeten.
Jeder zweite meinte, dass er in seiner Freizeit Radio hoere. Einer
spielte gerne Computerspiele fuer Blinde. "Geht Ihr auch mal aus?"
fragte ich die amerikanischen Blinden: Ja, wenn sie noch einen freien
Behinderten-Fahrservice uebrig haetten, dann gingen sie auch
mal zu speziell organisierten Blinden-Treffs. Auch unsere Tibeter
wurden schliesslich gefragt. Sie erzaehlten, dass sie gerne
musizierten und sangen. oft gingen sie mit Freunden aus und wenn die
Gelegenheit da waere, dann gingen sie gerne raften oder auf der
Trainingsfarm auch reiten!
Reiten
gehoert zum Lieblingssport vieler unserer blinden Kinder. Manche
springen sattellos aufs Pferd und rasen in hohem Tempo durch die
farmeigenen Wiesen und nicht selten bleibt bei diesen wilden Eskapaden
auch mal ein Hut oder auch ein Kind im Baum haengen.
Der
amerikanische Freizeitlehrer, selbst blind, meinte darauf etwas
verunsichert: "Reiten -! Natuerlich! Aber man muss dafuer
sorgen, dass das Pferd brav ist und dass Sehende mitlaufen und es
fuehren! Dann geht auch Reiten!"
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Schlittschufahrt
in Central Park in New York (Photos
Rick Guidotti)
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Dachung
auf der Eisbahn im Zentralpark
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Maerz
Der
Pressemarathon
Blindsight in den USA
Gluecklicherweise
konnten wir die US-Kinotour und den Presserummel um Blindsight auch
fuers Spendensammeln nutzen. Die Produzentin Sibyl Robson, aber
auch Ed Weihenmayer, der Vater Erik Weihenmayers, half uns nach
Kraeften, interessierte Foerderer aufzuspueren. Ein
Kinderbuch Verleger sprang nach einer Blindsight Vorfuehrung auf
die Buehne und erklaerte spontan, er wolle das Blindenzentrum
in Tibet ein Jahr lang unterstuetzen. Eine US-Firma organisierte
unter den Mitarbeitern eine Fundraising Campagne. Die privat
gesammelten Spenden wurden dann von der Firmenleitung verdoppelt.
Sibyl
organisierte Auktionen, auf denen Gebetsmuehlen und virtuelle Yaks
versteigert wurden und sie sorgte dafuer, dass in der Presse wieder
und wieder Braille without Borders genannt wurde.
Wir
hatten geglaubt, dass nach der Pressedichte in Deutschland kaum noch
eine Steigerung moeglich war. Doch da hatten wir uns
getaeuscht. Fast einen Monat reisten Paul und ich von Stadt zu
Stadt und von Interview zu Interview. Interessant waren die
verschiedenen Qualitaetsstufen der Journalisten. Waehrend
In Deutschland alle durchschnittlich
maessig gut informiert schienen, gab es in den USA erhebliche
Niveau-Unterschiede in Qualitaet und Vorwissen. So fragte uns Eine
Moderatorin gluecklicherweise kurz vor der Sendung, ob ,Thaibet'
wohl auch zu Thailand
gehoere. Andere stellten Blindsight als Film ueber eine Everest Besteigung mit sechs
blinden Kindern vor. Es wurde zu einer stetigen diplomatischen
Herausforderung,
diese Missverstaendnisse waehrend der Life- uebertragungen
so geradezuruecken, dass der Moderator nicht das Gesicht verlor.
Dann
aber gab es auch Moderatoren, die sich in beispielloser Weise
informiert und vorbereitet hatten. Zum ersten Mal wurden Fragen nach
dem eventuell negativen Einfluss der Medien auf die Bergbesteigung
gestellt. Wir erklaerten, dass uns die Anwesenheit des Filmteams in
der Tat zunaechst Kopfzerbrechen bereitet hatte, glaubten wir doch,
dass die Erwartungen der Filmemacher vielleicht Erfolgsdruck auf unsere
Bergsteigerkollegen ausueben koennten. Doch wir erzaehlten
auch, wie einfuehlsam Kameraleute und Produzenten mit dieser
Situation umgegangen. Sehr bald hatten sie uns klargemacht, dass es
ihnen nicht primaer um eine erfolgsgekroente Gipfelstory ging,
sie sahen die sechs blinden tibetischen Teenager und ihre
erschuetternden, aber auch Mut machenden Lebensgeschichten als
wesentlichen Fokus in ihrem Film. Und es ging ihnen nicht zuletzt auch
um die Frage: Was ist die Sicht der Blinden? Und wo ist der
blinde Fleck der Sehenden?
April
Tibets
Chaostage
Die
Unruhen in Lhasa
Am
Morgen, dem 14. Maerz, dem Tag der Revolte, wurde ich um 5:30 durch
CNN, einem der groessten amerikanischen Fernsehkanaele,
aus dem Bett geholt. Eine aufgedrehte Frauenstimme fragte mich, ob ich
schon von den Unruhen in Tibet gehoert haette. Ohne mich
aufzuklaeren, redete sie einfach auf mich ein. Sie wolle von mir
einen Kommentar zur aktuellen Lage und wuerde, wo immer ich auch
sei, ein Studio beauftragen und mir ein Fahrzeug schicken. Ich
erklaerte ihr, dass ich keine politische Stellungnahme zum Thema
Tibet abgeben wolle, doch die Frau reagierte gar nicht auf mich und
redete munter weiter: Ich brauchte mich ja nur zur Situation der Kinder
zu aeussern und koenne ja sagen, dass ich aus diesen oder
jenen
Gruenden keinen politischen Kommentar abgeben wolle. Und dann
koennten sie aktuelle Bilder zeigen, das waere dann Aussage
genug. Ich wollte gerade versuchen, ihr zu erklaeren, dass eine
Aussage, keine politische Aussage machen zu wollen, schon fuer sich
selbst eine politische Aussage sei, als sie mich
mitten
drin unterbrach, um zu verkuenden, dass sie mir zu meinem Hotel
jetzt gleich einen ue-Wagen schicken wolle. Die Frau wollte nicht
verstehen, dass wir uns unter keinen Umstaenden zum Thema Tibet
aeussern wollten, also legte ich irgendwann auf.
Auch
im deutschen Projektbuero kamen den ganzen Tag Interview-Anfragen
von Fernseh- und Radio-Stationen aus der ganzen Welt an. Um dem
Presserummel zu entfliehen, aber auch aus Sorge um Schueler und
Lehrer in Tibet, sagten wir den Rest der Blindsight-Tour ab und machten
uns mit Sybils Hilfe auf den Weg nach Tibet.
Um
uns ueber die Lage in Lhasa zu informieren, fuehrten wir
unterwegs Gespraeche mit internationalen Zeugen. Ein Kinderarzt,
der waehrend der Unruhen in Lhasa fuer eine Organisation
gearbeitet hatte, erzaehlte, dass er sich in einem Hotel nicht weit
von der Innenstadt befand, als alles losging. Er beschrieb, wie
aufgebrachte
Menschen, junge und aeltere durch die Strassen zogen und mit
Eisenstangen auf alles einschlugen. Dann der Angriff auf die Moschee
und ein Versuchter Angriff auf sein Hotel. Alle Gaeste hatten sich
in den Zimmern verschanzt, die Badewannen fuer alle Faelle mit
Wasser gefuellt und Eisenstangen zur Verteidigung zusammengesucht.
Die ganze Stadt lag unter dicken Rauchschwaden. ueberall wurden
Geschaefte angezuendet, ohne Ruecksicht darauf, ob sich
noch jemand im Geschaeft befand. Auch unsere Mitarbeiter erinnern
sich: Das ganze begann am Freitag dem 14. Maerz um die Mittagszeit.
Sie haetten
wahrscheinlich
zunaechst einmal nichts von den Strassenschlachten
mitbekommen, wenn nicht ploetzlich von ueberall her
Telefonanrufe von Freunden, Verwandten und Regierungsbeamten gekommen
waeren. Es hiess, sie sollten bloss in der Schule
bleiben, niemand solle auf die Strasse gehen. Aber keiner konnte
ihnen Genaueres sagen. Man hoerte Schreie und Sirenen, aber nur von
Ferne.
Zum
Glueck waren alle juengeren Schueler in der Schule und die aelteren in
der Massageklinik. Nicht auszudenken, was geschehen
waere, wenn einer der Blinden in ein Feuergefecht geraten
waere.
Dann
kam ein Anruf aus der Massage-Klinik. Die Massageschueler und
einige Masseure seien dort eingesperrt. Es sei die Hoelle los! "Es
war wirklich beaengstigend!" erzaehlt Yudon, "Wir wollten in
die Schule, aber draussen war Krieg!" Nyichung, die Koechin
der Klinik war hoch schwanger und sollte in diesen Tagen
ihr
Kind bekommen. Doch zunaechst gab es keine Moeglichkeit ins
Hospital zu gelangen. Sie hoerten Schreie direkt unter ihnen auf
der Beijing Dong-Lu. Als sie das Fenster oeffnen wollten, rief man
ihnen entgegen, sie sollten nicht rausschauen, es werde geschossen.
"und dann der viele Rauch! Ein paar Haeuser
weiter
sind chinesische Geschaefte in Flammen aufgegangen. Wir hatten
Angst, dass die Flammen auch auf die Massageklinik uebergreifen
wuerden."
Jetzt,
vier Monate spaeter ist wieder Normalitaet eingekehrt. Es
fehlen nur die vielen Touristen. Viele Hotels und Restaurants mussten
schliessen. Wir hoffen auf eine fuer alle Seiten gute
Loesung des Problems.
Mai
Kompostduft
und Biobackstube
Entwicklungen in der Trainingsfarm

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Die Kinder
in der Trainingsfarm haben ihren neuen Lieblingsplatz entdeckt: Mikes
Kompost Fabrik. Und in der Tat ist es richtig gemuetlich zwischen
den
Gitterboxen voll wohlduftender Erde. Fasziniert greifen die Kinder in
die weichen Erdhaufen und sind erstaunt ueber die Waerme.
Tatsaechlich
wird der arbeitende
Kompost so heiss, dass man sich fast die Finger verbrennt.
Mike sitzt oft
mit Kindern und Jugendlichen an einem kleinen Tisch, trinkt Tee und
erklaert ihnen die Wunder der Kompostierung. Seitdem die
Kompostfabrik in der Trainingsfarm solch eine wichtige Rolle spielt,
gehen
Kinder, Auszubildende und Mitarbeiter sehr viel sorgsamer mit
organischem Abfall um. Alles wird nun aussortiert, klein geschnitten
und gedreht und gewendet bis daraus schwarze wohlriechende Erde
entsteht.
|
Ein
langjaehriger Traum war die Einrichtung einer Biobaeckerei, in
der blinde Auszubildende lernen koennen, wie man gesundes und
wohlschmeckendes Brot zubereitet. An die Biobackstube wird ein
Café angegliedert, in dem Blinde servieren, kochen und
Management lernen koennen.
Paul
entwarf fuer diesen "Traum" das entsprechende "Traumhaus", einen
solargeheizten hufeisenfoermigen Bau direkt am Farmweiher.
Juni
Do
you need vision to be a visionary?
Das International Institute for Social
Entrepreneurs (IISE) wird startklar
Nach
zweijaehriger Bauzeit haben wir es endlich geschafft. Die
Gebaeude des IISE Campus erhalten zur Zeit ihren letzten Schliff
und langsam koennen wir mit der Einrichtung und der Vorbereitung
auf die Teilnehmer aus aller Welt beginnen.
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Office
stairways
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Entrance
classroom block
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Auswahlverfahren
Um
fuer das IISE ausgewaehlt zu werden, muessen die Kandidaten
ein hohes Mass an Motivation und Engagement mitbringen, und sie
sollen eine klare Vision haben, in welcher Weise sie sich in ihrer
Umgebung sozial engagieren werden. Zudem muessen sie ueber
ausreichende Mobilitaetskenntnisse verfuegen und genuegend
Englischkenntnisse haben.
Die
Frage war nun, wie findet man heraus, dass ein Kandidat nicht nur
schoen reden kann, sondern auch wirklich die Kraft hat, Intelligenz
und Motivation einzusetzen, um ein soziales Projekt zu realisieren? Es
musste jemand assistieren, der sich mit Telefoninterviews auskennt. So
stiessen wir auf den Psychologen Thomas Hill, einen
langjaehrigen Freund. Er und seine Frau Constanze erklaerten
sich bereit, die Bewerber naeher kennen zu lernen. Constanze und
Thomas Hill sind beide blind und haben viel Erfahrung mit
Personal-Interviews. Constanze ist in oesterreich erfolgreiche
Moderatorin einer Radiotalkshow,
in
der sich viele Menschen telefonisch Rat suchen.
Die
vielversprechendsten Bewerbungen wurden an das oesterreichische
Auswahlkomitee weitergeleitet und mittels zweier intensiver Interviews
eine erste Generation von Teilnehmern fuer das IISE selektiert.
Es
handelt sich um 29 engagierte und hochmotivierte Teilnehmer aus 18
Laendern, die vorbereitet durch das IISE ein soziales Projekt in
ihrem eigenen Land oder in einem Land ihrer Wahl aufbauen wollen.

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Mohamed
Salia aus Sierra Leone
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Robert
Sabwami aus Kenya
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Victor
Gaigaie aus Liberien
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Das
IISE-Team
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Links: Nora
Hartenstein, Rechts: Isabel Torres
Als kreative
Direktorinnen waehlten wir nach gruendlichen ueberlegungen
zwei Personen,
die sich schon im Vorhinein fuer die Ausarbeitung der Lehrinhalte
und
fuer das Fundraising stark gemacht hatten: Isabel Torres, halb
Spanierin, halb Franzoesin, lebte seit einigen Jahren in Irland und
arbeitete als Trainerin fuer Microsoft. Im letzten Jahr
kuendigte sie
ihren Job, um eine Weltreise zu machen. In Nepal traf sie auf einen
Freund des Projekts, der ihr vom IISE erzaehlte. Kurzerhand aenderte
sie
ihren Plan und traf uns in Kerala. Nicht lange darauf entschied sie
sich fuer eine Mitarbeit.
Nora Hartenstein,
eine junge Deutsche, kuendigte ihren vielversprechenden Job bei
IBM, um sich einer Ngo anzuschliessen. In einer
Bahnhofsbuchhandlung stolperte sie ueber mein neuestes Buch
"Das siebte Jahr", in dem auch ein
Ausblick auf
das Kerala-Projekt gegeben wird. Nach einem mehrstuendigen Spargelessen
im HamburgerSchanzenviertel war es fuer alle klar. Nora
gehoerte zum Team und nun zusammen mit Isabel zur doppelten
Speerspitze des IISE.
|
Das
IISE Curriculum
Eine Reise in fuenf Akten
Die
Ausbildung am IISE ist weder mit einem Universitaetsstudium, noch
mit einem Manager Seminar zu vergleichen. Es ist vielmehr eine Reise
zur Staerkung der eigenen Faehigkeiten, zur Entwicklung von
Ideen und zur Ausarbeitung der Methoden, diese Ideen auch zu
realisieren.
Das
11-monatige Programm ist in fuenf Akte eingeteilt:
1. Akt: Where am I, who are you?
-
Einfuehrung in das IISE,
-
Austausch der unterschiedlichen Zielsetzungen
-
Kennenlernen der Umgebung
2. Akt: Finding my voice
-
Communication
-
Public Relations
-
Umgang mit Medien
-
Reden halten, Dramaschulung und Buehnentraining
3.
Akt: Mind travel
-
Erkennen und Besprechen kultureller Hintergruende und
Traditionen.
-
Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und Umwelt-Bewegungen
-
Training in Management und Leitungsfunktionen
4.
Akt: Going out and coming back
-
Praktika in unterschiedlichen Projekten
-
Evaluation
5. Akt: The sky is the limit
-
Vorbereitung auf die Realisierung der eigenen Ideen und
Vorstellungen
-
Abschlussarbeit
Neuerscheinungen
Hoerbuch "Das
Siebte Jahr"
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Im
Februar dieses Jahres erschien das Hoerbuch "Das Siebte Jahr" bei
Luebbe Audio.
Das
Besondere an diesem Hoerbuch ist, dass es von Blinden aufgesprochen
wurde.
Hoerbuech
Das
siebte Jahr
3
CDs.
Laufzeit ca. 220 Minuten.
Audio-CD
|
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Taschenbuch
"Mein siebtes Jahr".
Im
Maerz diesen Jahres erschien das
Taschenbuch "Mein siebtes Jahr"
beim
Mein
siebtes Jahr
Taschenbuch
ISBN: 3-426-78025-9
ISBN-13: 978-3-426-78025-1
Verlag:
Knaur TB, Preis: EUR 8,95
|
Ausblick:
Im
November diesen Jahres wird an fuenf Frauen ein Preis der „Bild Der
Frau“ vergeben. Leserinnen koennen
sich fuer eine Frau entscheiden, die dann einen Betrag von Euro
30.000 zusaetzlich zu Euro10.000 fuer die
jeweiligen Projekte erhaelt. Wir wuerden
uns sehr freuen, wenn Sie fuer das Braille ohne Grenzen Projekt
stimmten.
Auch
Nichtleserinnen oder Leser der Zeitschrift duerfen ueber die
folgende Webseite abstimmen:
Danksagung
Unsere
administrative Direktorin, Tigi Philip, hat das IISE nach
zweijaehriger fruchtbarer Zusammenarbeit leider verlassen
muessen. Wir moechten uns im Namen der zukuenftigen
Teilnehmer fuer das tolle Engagement bedanken und wuenschen ihr
auf ihren weiteren Wegen viel Glueck.
Liebe
Vereinsmitglieder, liebe Foerderer und Freunde der Braille Ohne
Grenzen
Projekte,
Wir
moechten die Gelegenheit ergreifen, uns im Namen der blinden Kinder
Tibets und der zukuenftigen Teilnehmer des IISE fuer Ihre/Eure
Unterstuetzung, Freundschaft und Vorschlaege herzlich bedanken.
Mit den herzlichsten Gruessen,
Ihre Sabriye Tenberken, Ihr Paul
Kronenberg,
Projektdirektoren
Braille ohne Grenzen