Braille without borders the right to be blind without being disable

NEU

JAHRESBERICHT 2009
JAHRESBERICHT 2008
BERICHT AUG 2008

FILM BLINDSIGHT

JAHRESBERICHT 2007

interview Sabriye Tenberken & Paul Kronenberg


PROJEKT KERALA

- Konzept
- Application form

PROJEKT TIBET
- Konzept
- Besuchszeiten Lhasa

- Info Förderkreis

Unterstützung:
- Spende
- Mitgliedschaft

Info Bücher:
- NEU: Das siebte Jahr
- Mein Weg führt nach Tibet
- Tashis neue Welt


- Bericht Mai 2006
- Jahresbericht 2005
- Jahresbericht 2004


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  BERICHT AUGUST 2008


Es ist kalt, der Himmel ist bedeckt. Die Strassen Lhasas sind wesentlich weniger befahren als sonst zu dieser Zeit. Je naeher man in die Innenstadt kommt, desto bedrückender die Atmosphaere. Grosse Teile der Innenstadt sind abgesperrt.
Es fühlt sich an, als haette jemand eine Wolldecke über Lhasa gebreitet. Eine unangenehme Stimmung. Schweigen lastet auf der Stadt - es ist zu ruhig für diese Zeit. Wir spüren die unterschwellige Aggression.
Im April waeren sonst schon die ersten Touristengruppen eingetroffen. Doch die Stadt ist leer. Hier und da haengt noch Rauch in der Luft. Nun ja, man weiss manchmal nicht, ob es erkaltete Yack-Dung-Rauchschwaden sind - aber vor einem Haus sind wir uns sicher. Ein Laden ist vollkommen ausgebrannt. Hier riecht es nach verschmortem Plastik.

Stadtbummel in der Innenstadt sollen eigentlich unterlassen werden. An jeder Ecke stehen Ruecken an Ruecken bewaffnete Posten, die Ausweise kontrollieren, Taschen durchsuchen und Fragen nach dem Zielort stellen. Paul und ich haben mehr Bewegungsfreiheit als unsere tibetischen Mitarbeiter. Nur die blinden Schueler haben die besten Karten. Da viele von ihnen nicht ueber Ausweispapiere verfuegen, machten sie mit den meist freundlichen Wachtposten einen Deal. Wenn sie sich mit einem weissen Stock als Blinde auswiesen, muessten sie ruhig die Innenstadt betreten koennen, denn, so ihre Argumentation, sie wuerden sowieso nicht sehen koennen, was man nicht sehen solle.
Nur Paul darf sehen, was viele nicht sehen sollen. Wir kommen fast bis zum Barkhor. Der Barkhor selbst ist aber abgesperrt. Niemand darf auf den Platz vor dem Jokhang-Tempel. Paul lugt durch ein paar Seitengassen. Statt der ueblichen bunten Marktstaende und vollgestopften Geschaefte sieht er schwarze russige Loecher.
 
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Foerderer des Blindenzentrums in Tibet und der Organisation Braiille Ohne Grenzen,
 
Dieses letzte Halbjahr ist wieder einmal in hohem Tempo an uns vorbeigefegt. Ein Ereignis jagte das andere. Es gab viele erschuetternde aber auch aufmunternde und zukunftsweisende Geschehnisse.
Diesmal wird es ein chronologischer Bericht, der seinen Anfang in Deutschland nimmt.
 
Januar
Mit Personenschutz durch Deutschland
Die Blindsight-Kinotour
 
"Ich bin Markus, Personenschuetzer, Fahrer, Reisebegleiter oder auch Maedchen fuer alles."
Mit Markus begann unsere 14-taegige 23-Staedte-Tour durch Deutschland und durch die Schweiz. Es war eine intensive Werbetour fuer den Dokumentarfilm Blindsight, und Dank des Humors und der Gelassenheit unseres Begleiters bekamen wir bei all der Termindichte keinen Herzinfarkt. Ein wenig komisch war es schon, mit einem Personenschuetzer zu reisen. Doch alarmiert durch abstruse E-Mails, die uns waehrend der Tour etwas zu denken gaben, E-mails ohne Namen und mit absurden Aufforderungen, waren wir schliesslich sehr dankbar fuer seine Anwesenheit. Er sorgte dafuer, dass wir nach den Auftritten ohne Probleme die Theater verlassen konnten und hielt uns bei Autogrammstunden buchstaeblich den Ruecken frei. Dabei passierte es auch, dass er einen bekannten Politiker, der sich aus einem unguenstigen Winkel heraus von uns verabschieden wollte beinahe in die Rippen stiess und nach einer Veranstaltung einen alten
Schulfreund, der sich mir all zu selbstbewusst naehern wollte, kurzerhand niederrang. Trotz gut besuchter Premieren und ueberwiegend positiver Kritiken in Radio, Fernsehen und Printmedien, blieb der erwartete Erfolg leider aus. Jetzt hoffen wir auf eine erfolgreiche Blindsight-DVD.
 
Februar
Wenn Tashi auf Mickey Maus trifft und Jaws aus dem Wasser springt
Mit fuenf blinden Tibetern durch Amerika
 
"Pfuidje! What's that?! A huge rat!!" Das war die erste Reaktion auf ein einmetervierzig grosses Fellbuendel, das im Boogie Woogie-Takt mit grossen Erwartungen auf die blinden Teenager zu tanzte. Es dauerte etwas, die fuenf Tibeter davon zu ueberzeugen, dass es sich um einen Menschen in einem Mickey Mouse-Fellkostuem und nicht um eine uebergrosse Ratte handelte.
 
Tashi, Kyila, Dachung, Bungzo und Gyendsen waren von Sybil Robson der Blindsight Produzentin zu einer einmonatigen US-Erkundungstour eingeladen worden. Tendsin, der sechste im Blindsight-Team hatte nicht mehr rechtzeitig seinen Pass bekommen und musste sich nun nachtraeglich mit den Geschichten der Heimkehrer begnuegen.
Zu den intensivsten Eindruecken gehoerten Schlittschuhfahrten im Central Park, Hanggliding, Fastfood und Rolercoasters. Bei einer Presseveranstaltung erklaerte Bungzo auf die Frage, was sie denn an den USA am meisten beeindruckt haette, ohne zoegern: "Spacemountain!" Dabei handelt es sich um eine halsbrecherische Achterbahn, die mindestens sechsmal genommen werden musste, bevor Paula Davie,
die uns bei der Tour begleitete, mit weichen Knien Protest einlegte. Verwundert aeusserten sich die fuenf ueber Paulas Schreckensschreie bei einer Tour durch die Universal Film Studios. Als sie ihnen erklaerte, dass
gerade Jaws aus dem Wasser gesprungen sei, war die Ratlosigkeit nicht geringer. Jaws kennen unsere tibetischen Blinden lediglich als Name fuer eine Sprachausgabe fuer den blindengerechten Computer.
 
In einem Bericht fasste Kyila die Reise folgendermassen zusammen: "Ich habe immer gedacht, dass Blinde es bei uns in Tibet besonders schwer haben. Aber es gibt selbst in Amerika Diskriminierung. Wir haben geglaubt, da drueben sei jeder Blinde wie Erik, aber jetzt haben wir manchmal das Gefuehl, dass
wir mit Blindheit selbstbewusster umgehen, als manche amerikanische Blinde."
Das wichtigste, was sie ihrer Meinung nach auf dieser Tour erfahren haben, ist, dass sie vielen blinden Amerikanern in den Bereichen Mobilitaet und Computer keineswegs nachstehen. Tatsaechlich mussten sie einem Computertrainer fuer Blinde erklaeren, wie man SKYPE nutzt und im Internet chattet. Auch gab es eine Sitzung mit amerikanischen blinden Teenagern ueber Freizeitaktivitaeten. Jeder zweite meinte, dass er in seiner Freizeit Radio hoere. Einer spielte gerne Computerspiele fuer Blinde. "Geht Ihr auch mal aus?" fragte ich die amerikanischen Blinden: Ja, wenn sie noch einen freien Behinderten-Fahrservice uebrig haetten, dann gingen sie auch mal zu speziell organisierten Blinden-Treffs. Auch unsere Tibeter wurden schliesslich gefragt. Sie erzaehlten, dass sie gerne musizierten und sangen. oft gingen sie mit Freunden aus und wenn die Gelegenheit da waere, dann gingen sie gerne raften oder auf der Trainingsfarm auch reiten!
Reiten gehoert zum Lieblingssport vieler unserer blinden Kinder. Manche springen sattellos aufs Pferd und rasen in hohem Tempo durch die farmeigenen Wiesen und nicht selten bleibt bei diesen wilden Eskapaden auch mal ein Hut oder auch ein Kind im Baum haengen.
Der amerikanische Freizeitlehrer, selbst blind, meinte darauf etwas verunsichert: "Reiten -! Natuerlich! Aber man muss dafuer sorgen, dass das Pferd brav ist und dass Sehende mitlaufen und es fuehren! Dann geht auch Reiten!"
 
Iceskating New York 01 Iceskating NYC 02
Schlittschufahrt  in Central Park in New York (Photos Rick Guidotti)
Dachung auf der Eisbahn im Zentralpark
 
Maerz
Der Pressemarathon
Blindsight in den USA
 
Gluecklicherweise konnten wir die US-Kinotour und den Presserummel um Blindsight auch fuers Spendensammeln nutzen. Die Produzentin Sibyl Robson, aber auch Ed Weihenmayer, der Vater Erik Weihenmayers, half uns nach Kraeften, interessierte Foerderer aufzuspueren. Ein Kinderbuch Verleger sprang nach einer Blindsight Vorfuehrung auf die Buehne und erklaerte spontan, er wolle das Blindenzentrum in Tibet ein Jahr lang unterstuetzen. Eine US-Firma organisierte unter den Mitarbeitern eine Fundraising Campagne. Die privat gesammelten Spenden wurden dann von der Firmenleitung verdoppelt.
 
Sibyl organisierte Auktionen, auf denen Gebetsmuehlen und virtuelle Yaks versteigert wurden und sie sorgte dafuer, dass in der Presse wieder und wieder Braille without Borders genannt wurde.
 
Wir hatten geglaubt, dass nach der Pressedichte in Deutschland kaum noch eine Steigerung moeglich war. Doch da hatten wir uns getaeuscht. Fast einen Monat reisten Paul und ich von Stadt zu Stadt und von Interview zu Interview. Interessant waren die verschiedenen Qualitaetsstufen der Journalisten. Waehrend
In Deutschland alle durchschnittlich maessig gut informiert schienen, gab es in den USA erhebliche Niveau-Unterschiede in Qualitaet und Vorwissen. So fragte uns Eine Moderatorin gluecklicherweise kurz vor der Sendung, ob ,Thaibet' wohl auch zu Thailand gehoere. Andere stellten Blindsight als Film ueber eine Everest Besteigung mit sechs blinden Kindern vor. Es wurde zu einer stetigen diplomatischen
Herausforderung, diese Missverstaendnisse waehrend der Life- uebertragungen so geradezuruecken, dass der Moderator nicht das Gesicht verlor.
 
Dann aber gab es auch Moderatoren, die sich in beispielloser Weise informiert und vorbereitet hatten. Zum ersten Mal wurden Fragen nach dem eventuell negativen Einfluss der Medien auf die Bergbesteigung gestellt. Wir erklaerten, dass uns die Anwesenheit des Filmteams in der Tat zunaechst Kopfzerbrechen bereitet hatte, glaubten wir doch, dass die Erwartungen der Filmemacher vielleicht Erfolgsdruck auf unsere Bergsteigerkollegen ausueben koennten. Doch wir erzaehlten auch, wie einfuehlsam Kameraleute und Produzenten mit dieser Situation umgegangen. Sehr bald hatten sie uns klargemacht, dass es ihnen nicht primaer um eine erfolgsgekroente Gipfelstory ging, sie sahen die sechs blinden tibetischen Teenager und ihre erschuetternden, aber auch Mut machenden Lebensgeschichten als wesentlichen Fokus in ihrem Film. Und es ging ihnen nicht zuletzt auch um die Frage: Was ist die Sicht der Blinden? Und wo ist der blinde Fleck der Sehenden?
 
April 
Tibets Chaostage
Die Unruhen in Lhasa
 
Am Morgen, dem 14. Maerz, dem Tag der Revolte, wurde ich um 5:30 durch CNN, einem der groessten amerikanischen Fernsehkanaele, aus dem Bett geholt. Eine aufgedrehte Frauenstimme fragte mich, ob ich schon von den Unruhen in Tibet gehoert haette. Ohne mich aufzuklaeren, redete sie einfach auf mich ein. Sie wolle von mir einen Kommentar zur aktuellen Lage und wuerde, wo immer ich auch sei, ein Studio beauftragen und mir ein Fahrzeug schicken. Ich erklaerte ihr, dass ich keine politische Stellungnahme zum Thema Tibet abgeben wolle, doch die Frau reagierte gar nicht auf mich und redete munter weiter: Ich brauchte mich ja nur zur Situation der Kinder zu aeussern und koenne ja sagen, dass ich aus diesen oder
jenen Gruenden keinen politischen Kommentar abgeben wolle. Und dann koennten sie aktuelle Bilder zeigen, das waere dann Aussage genug. Ich wollte gerade versuchen, ihr zu erklaeren, dass eine Aussage, keine politische Aussage machen zu wollen, schon fuer sich selbst eine politische Aussage sei, als sie mich
mitten drin unterbrach, um zu verkuenden, dass sie mir zu meinem Hotel jetzt gleich einen ue-Wagen schicken wolle. Die Frau wollte nicht verstehen, dass wir uns unter keinen Umstaenden zum Thema Tibet aeussern wollten, also legte ich irgendwann auf.
Auch im deutschen Projektbuero kamen den ganzen Tag Interview-Anfragen von Fernseh- und Radio-Stationen aus der ganzen Welt an. Um dem Presserummel zu entfliehen, aber auch aus Sorge um Schueler und Lehrer in Tibet, sagten wir den Rest der Blindsight-Tour ab und machten uns mit Sybils Hilfe auf den Weg nach Tibet.
 
Um uns ueber die Lage in Lhasa zu informieren, fuehrten wir unterwegs Gespraeche mit internationalen Zeugen. Ein Kinderarzt, der waehrend der Unruhen in Lhasa fuer eine Organisation gearbeitet hatte, erzaehlte, dass er sich in einem Hotel nicht weit von der Innenstadt befand, als alles losging. Er beschrieb, wie
aufgebrachte Menschen, junge und aeltere durch die Strassen zogen und mit Eisenstangen auf alles einschlugen. Dann der Angriff auf die Moschee und ein Versuchter Angriff auf sein Hotel. Alle Gaeste hatten sich in den Zimmern verschanzt, die Badewannen fuer alle Faelle mit Wasser gefuellt und Eisenstangen zur Verteidigung zusammengesucht. Die ganze Stadt lag unter dicken Rauchschwaden. ueberall wurden Geschaefte angezuendet, ohne Ruecksicht darauf, ob sich noch jemand im Geschaeft befand. Auch unsere Mitarbeiter erinnern sich: Das ganze begann am Freitag dem 14. Maerz um die Mittagszeit. Sie haetten
wahrscheinlich zunaechst einmal nichts von den Strassenschlachten mitbekommen, wenn nicht ploetzlich von ueberall her Telefonanrufe von Freunden, Verwandten und Regierungsbeamten gekommen waeren. Es hiess, sie sollten bloss in der Schule bleiben, niemand solle auf die Strasse gehen. Aber keiner konnte ihnen Genaueres sagen. Man hoerte Schreie und Sirenen, aber nur von Ferne.
 
Zum Glueck waren alle juengeren Schueler in der Schule und die aelteren in der Massageklinik. Nicht auszudenken, was geschehen waere, wenn einer der Blinden in ein Feuergefecht geraten waere.
 
Dann kam ein Anruf aus der Massage-Klinik. Die Massageschueler und einige Masseure seien dort eingesperrt. Es sei die Hoelle los! "Es war wirklich beaengstigend!" erzaehlt Yudon, "Wir wollten in die Schule, aber draussen war Krieg!" Nyichung, die Koechin der Klinik war hoch schwanger und sollte in diesen Tagen
ihr Kind bekommen. Doch zunaechst gab es keine Moeglichkeit ins Hospital zu gelangen. Sie hoerten Schreie direkt unter ihnen auf der Beijing Dong-Lu. Als sie das Fenster oeffnen wollten, rief man ihnen entgegen, sie sollten nicht rausschauen, es werde geschossen. "und dann der viele Rauch! Ein paar Haeuser
weiter sind chinesische Geschaefte in Flammen aufgegangen. Wir hatten Angst, dass die Flammen auch auf die Massageklinik uebergreifen wuerden."
 
Jetzt, vier Monate spaeter ist wieder Normalitaet eingekehrt. Es fehlen nur die vielen Touristen. Viele Hotels und Restaurants mussten schliessen. Wir hoffen auf eine fuer alle Seiten gute Loesung des Problems.
 
Mai
Kompostduft und Biobackstube
Entwicklungen in der Trainingsfarm
Compostfactory
Die Kinder in der Trainingsfarm haben ihren neuen Lieblingsplatz entdeckt: Mikes Kompost Fabrik. Und in der Tat ist es richtig gemuetlich zwischen den Gitterboxen voll wohlduftender Erde. Fasziniert greifen die Kinder in die weichen Erdhaufen und sind erstaunt ueber die Waerme. Tatsaechlich wird der arbeitende Kompost so heiss, dass man sich fast die Finger verbrennt.
 
Mike sitzt oft mit Kindern und Jugendlichen an einem kleinen Tisch, trinkt Tee und erklaert ihnen die Wunder der Kompostierung. Seitdem die Kompostfabrik in der Trainingsfarm solch eine wichtige Rolle spielt, gehen Kinder, Auszubildende und Mitarbeiter sehr viel sorgsamer mit organischem Abfall um. Alles wird nun aussortiert, klein geschnitten und gedreht und gewendet bis daraus schwarze wohlriechende Erde entsteht.
 
Ein langjaehriger Traum war die Einrichtung einer Biobaeckerei, in der blinde Auszubildende lernen koennen, wie man gesundes und wohlschmeckendes Brot zubereitet. An die Biobackstube wird ein Café angegliedert, in dem Blinde servieren, kochen und Management lernen koennen.  
Paul entwarf fuer diesen "Traum" das entsprechende "Traumhaus", einen solargeheizten hufeisenfoermigen Bau direkt am Farmweiher.
 
Juni
Do you need vision to be a visionary?
Das International Institute for Social Entrepreneurs (IISE) wird startklar
 
Nach zweijaehriger Bauzeit haben wir es endlich geschafft. Die Gebaeude des IISE Campus erhalten zur Zeit ihren letzten Schliff und langsam koennen wir mit der Einrichtung und der Vorbereitung auf die Teilnehmer aus aller Welt beginnen.
 
Office block staircase Entrance Classroom block
Office stairways
Entrance classroom block

Auswahlverfahren
 
Um fuer das IISE ausgewaehlt zu werden, muessen die Kandidaten ein hohes Mass an Motivation und Engagement mitbringen, und sie sollen eine klare Vision haben, in welcher Weise sie sich in ihrer Umgebung sozial engagieren werden. Zudem muessen sie ueber ausreichende Mobilitaetskenntnisse verfuegen und genuegend Englischkenntnisse haben.
 
Die Frage war nun, wie findet man heraus, dass ein Kandidat nicht nur schoen reden kann, sondern auch wirklich die Kraft hat, Intelligenz und Motivation einzusetzen, um ein soziales Projekt zu realisieren? Es musste jemand assistieren, der sich mit Telefoninterviews auskennt. So stiessen wir auf den Psychologen Thomas Hill, einen langjaehrigen Freund. Er und seine Frau Constanze erklaerten sich bereit, die Bewerber naeher kennen zu lernen. Constanze und Thomas Hill sind beide blind und haben viel Erfahrung mit Personal-Interviews. Constanze ist in oesterreich erfolgreiche Moderatorin einer Radiotalkshow,
in der sich viele Menschen telefonisch Rat suchen.
 
Die vielversprechendsten Bewerbungen wurden an das oesterreichische Auswahlkomitee weitergeleitet und mittels zweier intensiver Interviews eine erste Generation von Teilnehmern fuer das IISE selektiert.
 
Es handelt sich um 29 engagierte und hochmotivierte Teilnehmer aus 18 Laendern, die vorbereitet durch das IISE ein soziales Projekt in ihrem eigenen Land oder in einem Land ihrer Wahl aufbauen wollen.

Mohamed Salia
Robert Sabwami
Victor
Mohamed Salia aus Sierra Leone
Robert Sabwami aus Kenya
Victor Gaigaie aus Liberien
 
Das IISE-Team
 
 
Nora & Isabel
Links: Nora Hartenstein, Rechts: Isabel Torres

Als kreative Direktorinnen waehlten wir nach gruendlichen ueberlegungen zwei Personen, die sich schon im Vorhinein fuer die Ausarbeitung der Lehrinhalte und fuer das Fundraising stark gemacht hatten: Isabel Torres, halb Spanierin, halb Franzoesin, lebte seit einigen Jahren in Irland und arbeitete als Trainerin fuer Microsoft. Im letzten Jahr kuendigte sie ihren Job, um eine Weltreise zu machen. In Nepal traf sie auf einen Freund des Projekts, der ihr vom IISE erzaehlte. Kurzerhand aenderte sie ihren Plan und traf uns in Kerala. Nicht lange darauf entschied sie sich fuer eine Mitarbeit.
 
Nora Hartenstein, eine junge Deutsche, kuendigte ihren vielversprechenden Job bei IBM, um sich einer Ngo anzuschliessen. In einer Bahnhofsbuchhandlung stolperte sie ueber mein neuestes Buch "Das siebte Jahr", in dem auch ein Ausblick auf das Kerala-Projekt gegeben wird. Nach einem mehrstuendigen Spargelessen im HamburgerSchanzenviertel war es fuer alle klar. Nora gehoerte zum Team und nun zusammen mit Isabel zur doppelten Speerspitze des IISE.
 
Das IISE Curriculum 
Eine Reise in fuenf Akten
 
Die Ausbildung am IISE ist weder mit einem Universitaetsstudium, noch mit einem Manager Seminar zu vergleichen. Es ist vielmehr eine Reise zur Staerkung der eigenen Faehigkeiten, zur Entwicklung von Ideen und zur Ausarbeitung der Methoden, diese Ideen auch zu realisieren.
 
Das 11-monatige Programm ist in fuenf Akte eingeteilt:
 
1. Akt: Where am I, who are you?
- Einfuehrung in das IISE,
- Austausch der unterschiedlichen Zielsetzungen
- Kennenlernen der Umgebung
 
2. Akt: Finding my voice
- Communication
- Public Relations
- Umgang mit Medien
- Reden halten, Dramaschulung und Buehnentraining
 
3. Akt: Mind travel
- Erkennen und Besprechen kultureller Hintergruende und
Traditionen.
- Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und Umwelt-Bewegungen
- Training in Management und Leitungsfunktionen
 
4. Akt: Going out and coming back
- Praktika in unterschiedlichen Projekten
- Evaluation
 
5. Akt: The sky is the limit
- Vorbereitung auf die Realisierung der eigenen Ideen und Vorstellungen 
- Abschlussarbeit
 
Neuerscheinungen
 Hoerbuch "Das Siebte Jahr"
Im Februar dieses Jahres erschien das Hoerbuch "Das Siebte Jahr" bei Luebbe Audio.
Das Besondere an diesem Hoerbuch ist, dass es von Blinden aufgesprochen wurde.

Hoerbuech
Das siebte Jahr
3 CDs.
Laufzeit ca. 220 Minuten.

Audio-CD

ISBN: 3785734425
EAN: 9783785734421
Libri: 5855659

Vorgelesen von Sabriye Tenberken und 4 Blinde Kinder

Luebbe Verlag /Audio
Januar 2008 - Audio-CD


Produktdetails
Produktbeschreibung
Kundenbewertungen


Taschenbuch "Mein siebtes Jahr".
 Im Maerz diesen Jahres erschien das
Taschenbuch "Mein siebtes Jahr" beim
Mein siebtes Jahr
Taschenbuch
ISBN: 3-426-78025-9
ISBN-13: 978-3-426-78025-1
Verlag: Knaur TB, Preis: EUR 8,95

 
Ausblick:
Im November diesen Jahres wird an fuenf Frauen ein Preis der „Bild Der Frau“ vergeben. Leserinnen koennen
sich fuer eine Frau entscheiden, die dann einen Betrag von Euro 30.000 zusaetzlich zu Euro10.000 fuer die
 jeweiligen Projekte erhaelt. Wir wuerden uns sehr freuen, wenn Sie fuer das Braille ohne Grenzen Projekt stimmten.
 
Auch Nichtleserinnen oder Leser der Zeitschrift duerfen ueber die folgende Webseite abstimmen:
 
Danksagung
Unsere administrative Direktorin, Tigi Philip, hat das IISE nach zweijaehriger fruchtbarer Zusammenarbeit leider verlassen muessen. Wir moechten uns im Namen der zukuenftigen Teilnehmer fuer das tolle Engagement bedanken und wuenschen ihr auf ihren weiteren Wegen viel Glueck.
 
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Foerderer und Freunde der Braille Ohne Grenzen
Projekte,
 
Wir moechten die Gelegenheit ergreifen, uns im Namen der blinden Kinder Tibets und der zukuenftigen Teilnehmer des IISE fuer Ihre/Eure Unterstuetzung, Freundschaft und Vorschlaege herzlich bedanken.
 
Mit den herzlichsten Gruessen,
 
Ihre Sabriye Tenberken, Ihr Paul Kronenberg,
Projektdirektoren Braille ohne Grenzen
 

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