|
Größerer
Text
Kleinerer Text
"Liebe Eltern, Ihr müsst Euch nicht um Eure
Kinder sorgen. Die Farm ist sauber und das Essen ist gut." Mit
diesen Worten verabschiedete die stellvertretende Bürgermeisterin
der Stadt Lhasa heute einige blinde Schülerinnen und Schüler,
die von Wangchen Geleg, dem Vize-Präsidenten der tibetischen
Behindertenorganisation, für eine Berufsausbildung nach Shigatse
zur Trainingsfarm begleitet wurden.
Durch die Arbeit der tibetischen
Behinderten-Organisation und der Organisation Braille-Ohne-Grenzen
sind den Blinden Tibets neue Chancen eröffnet worden. Durch die
Vorschule in Lhasa und das Berufsausbildungszentrum in Shigatse
werden die Blinden Tibets von nun an in der Lage sein, sich in
weiterführende Regelschulen und qualifizierte Berufe zu
integrieren."

|
Verabschiedungszeremonie
der neuen Schueler
|
Liebe Freunde und Förderer von
Braille-Ohne-Grenzen,
Diese Worte, ausgesprochen von einer hochrangigen
Politikerin, zeigen, dass sowohl das Lhasa-Projekt als auch die
Trainingsfarm in Shigatse/Pelshong volle politische Anerkennung
erfährt. Ja,
für etliche tibetische und chinesische Regierungsbeamte und
Delegationen wurde die Farm zu einem beliebten Picknickplatz. Von
oberster Regierungsebene wurde der Wunsch geäußert, man
möge doch zur besseren Orientierung am Straßenrand ein
großes Schild aufstellen. Außerdem sollten wir schnell
ein dauerhaftes, buntgeschmücktes Picknickzelt zur Verfügung
stellen, damit die picknickfreudigen Offiziellen gleich
mit dem Zuprosten beginnen können.
Für die Zukunft planen wir einen
eigenen Picknickplatz, damit der Farm-und Ausbildungsbetrieb
unbehelligt weitergeführt werden kann.
Es ist wieder ein halbes Jahr vergangen und es
wird Zeit für einen Kurzbericht.
- Gyendsen
geht nach Japan

|

|
Kienzen
und Sabriye in 1999
|
Kienzen
und Sabriye in 2007
|
Gyendsen, ein Schüler der ersten Generation,
wurde aus einer stattlichen Anzahl von weltweiten Interessenten
für das IKEDA ICT STIPENDIUM 2007 ausgewählt. Die acht
ausgewählten internationalen blinden und sehgeschädigten
Studenten werden zunächst für einige Wochen in Malaysia
am Computer unterrichtet und anschließend von dort zusammen nach
Japan reisen. Die Organisation World Blind Union-Asia Pacific
übernimmt alle Kosten für Transport, Ausbildung,
und Unterkunft. Zudem erhält Gyendsen seinen eigenen Laptop.
- "The unforgettable story"
Die vorbereitende Grundschule in Lhasa
veranstaltete im Mai dieses Jahres einen
Geschichten-Erzähl-Wettbewerb. Die Schüler aller Altersstufen
bekamendie Aufgabe, jeweils in einem von drei vorgeschlagenen
Themenbereichen in Englisch, Tibetisch oder Chinesisch Geschichten zu
erzählen oder niederzuschreiben. Die Themen umfassten: Animal
Stories, Human Stories und Ghost Stories. In der Kategorie Animal
Stories, gewann der 14jährige Jampa Kelsang, mit seiner Geschichte
" Der Tiger und der Hirsch", eine Erzählung über einen
trickreichen Hirsch, der einen starken Tiger in
die Flucht schlägt. In der Kategorie Ghost Stories gewann der
5-jährige Nyima Punzog. Der ungewöhnliche Titel seiner noch
ungewöhnlicheren Geschichte lautete: Der Geist im gläsernen
Badezimmer. Sie handelt von einem Jungen, der gerne badet aber von
einem Geist mehrmals aus dem Badezimmer entführt wird.
Gewinner der Kategorie Human Stories ist der
17jährige Dachung mit einer Liebesgeschichte: "Die unvergessliche
Geschichte" (The Unforgettable Story). Diese Geschichte handelt von
einem blinden Jungen und den Komplikationen, die sich ergeben, weil er
sich in ein sehendes Mädchen verliebt."The Unforgettable story"
wurde von mir als Hörspiel in englischer Sprache verarbeitet.
Sprecher und Musiker sind Kinder des Blindenzentrums.

|

|
|
Dachung hat
gerade einen Preis
bekommen fuer beste Geschichte
|
Wangla
uebt das Braille Schrift lesen. |
- Winter-Sturmschäden in
Lhasa
Im Januar hat ein Sturm das Dach vom Gebäude
gefegt. Zum Glück ist niemanden etwas geschehen. Inzwischen hat
eine chinesische
Firma wieder ein neues Dach gebaut.
-
Massageschüler gehen nach
Peking
Die chinesische Behinderten Organisation
lädt fünf Schüler und einen Lehrer für einen
umfassenden fünfmonatigen Kurs in medizinischer Massage nach
Peking ein. Alle Schüler bekommen eine staatliche Lizenz. Die
Kosten werden vom Staat übernommen.
Shigatse/Pelshong

|
Die
Farm in Shigatse
|
- Pläne
für den Sommer
Für den Sommer ist der Bau einer
Bio-Bäckerei geplant. Dieses Projekt hat folgenden Hintergrund:da
die Farm schon seit ein paar Jahren biologischen Hochland-Roggen anbaut
und wir das wertvolle Getreide nicht ausschließlich an unsere
Kühe verfüttern wollen, machte uns der in Berlin lebende
tibetische Biobäcker, Päma Namgyal, den Vorschlag, Blinde in
der Herstellung von Backwaren zu unterrichten. Päma möchte
dazu selbst nach Pelshong kommen und das Training eigenhändig
durchführen.
Die Ausbildung von Blinden und
sehgeschädigten Tibetern zum Biobäcker würde
viel Gutes nach sich ziehen.
1. Durch die Ausbildung in der
Biobäckerei werden Blinde neue Berufs-Chancen erhalten. Tibetweit
wäre es die bisher einzige Biobäckerei.
2. Tibeter lieben deutsches Brot, denn es
wird wie das tibetische Brot mitSauerteig hergestellt.
3. Das tibetische Brot wird nur mit Gerste
und Weizen gebacken. Unser Brotkönnte, mit Roggen angereichert, in
Tibet ein wichtiger Beitrag zur gesünderen Ernährung werden.
4. Es gibt auch viele deutsche,
holländische und australische Touristen, diegerne gutes Brot essen.
5. Das Biobrot wäre neben dem Käse
und dem biologisch angebauten Gemüse einweiterer Beitrag zur
langfristig finanziellen Unabhängigkeit der Farm.
6. Der Verkauf des Brotes wird einen
Marketing-Kurs für Blinde nach sich ziehen.
Angeschlossen an die Biobäckerei wird
eine kleine Wursterei und ein
Khampa-Coffeehaus für Durchreisende
gebaut. Das Gebäude wird in lauschiger
Atmosphäre an einem kleinen Teich
gelegen sein.
Finanziert wird
das Projekt größtenteils durch Stiftungen aus China
und den USA.
INDIEN -
Thiruvananthapuram

|
| Stand Bau Dormitory
Juni 2007 |
-
Internationales Zentrum für
Entwicklung und Projektplanung
Internationales Zentrum für Entwicklung und
Projektplanung. Das Zentrum wird im Juni nächsten Jahres für
internationale blinde und sehgeschädigte Teilnehmer, die selbst
ein Projekt nach dem Tibet - Modell aufbauen möchten,
eröffnet.
Dank der harten Arbeit von Tigi Philipp, unserer
lokalen Managerin und einer hoch motivierten Arbeitsgruppe von
Professoren im Bereich Management, Psychologie und Kommunikation, ist
der Rahmen für ein neues Curriculum fertiggestellt. Nun
müssen Stellen für einen Direktor und für hoch
qualifizierte Lehrer indienweit ausgeschrieben werden. Auch soll das
Zentrum zumindest in englisch einen neuen Namen erhalten. Der Name soll
darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Ausbildung von Leitern und
Initiatoren sozialer Projekte handelt. Oft wird dieses
Ausbildungszentrum mit einer Schule oder einem Trainingszentrum
für zukünftige Lehrer verwechselt. Wir haben uns
vorläufig auf den folgenden Namen geeinigt:
„BWB-International
Institute for Social Entrepeneurs“
- Geister, Regen und
schlaflose Nächte
Der Bau des Ausbildungszentrums in Kerala geht
mit großen Sprüngen voran, auch wenn es in den letzten
Monaten einige Rückschläge gegeben hat. Man sprach von einem
bösen Geist, der auf dem Anwesen sein Unwesen zu treiben scheint.
Ein Mitarbeiter wurde von einer Schlange gebissen, ein anderer machte
einen Selbstmordversuch, worauf einige andere Arbeiter anfingen zu
streiken, und wieder ein anderer Arbeiter bekam eines Abends eine
Tobsuchtsanfall und benahm sich für kurze Zeit völlig
unkontrolliert. Immerhin scheint jedoch
der böse Geist Gnade walten zu lassen, denn
die Schlange war nicht giftig, der Selbstmörder hat alles
ohne Schaden überlebt, die Streikenden haben ihre Arbeit wieder
aufgenommen, und die Kontrolle über den verrückt gewordenen
Bauarbeiter ist wieder hergestellt. Das größte Problem ist
nun der unablässige Regen, der uns und allen Mitarbeitern in den
vergangenen Wochen den Schlaf geraubt hat. Leider waren vor Eintreffen
des Monsuns noch nicht alle Dächer gegossen, sodass die
Lehmwände erheblichen Schaden davon getragen haben. Zurzeit
konzentriert man sich auf die Steinmauern und auf die
Dächer. Die Lehmwände der zweiten Stockwerke werden dann nach
der Regensaison neu gebaut. Im November dieses Jahres soll das
Gebäude fertig sein, Dann wird der Landschaftsplan mit Pflanzungen
tropischer Bäume, der Einrichtung eines Duftgartens,
Wasserreservaten, Fischteichen und einem kleinen Hafen für Kayaks
und Ruderboote umgesetzt.
Sonstiges
- Das Siebte Jahr
Im letzten Frühjahr machten wir eine zweite
Lesetour durch Deutschland. Während der eineinhalbstündigen
Veranstaltungen lasen wir wechselseitig Ausschnitte aus dem neuesten
Buch "Das siebte Jahr", berichteten von Neuigkeiten aus Tibet und
Indien und zeigten aktuelle Kurzfilme. Die Veranstaltungen waren immer
gut besucht. Zu den Highlights gehörten eine Lesung im Werler
Hochsicherheitsgefängnis vor 35 langjährigen Insassen, eine
Lesung im Dunkeln, veranstaltet vom Kultur- und Kommunikationszentrum
Sumpfblume in Hameln, zweimal vor einem äußerst lebhaften
Publikum in der Stuttgarter Waldorfschule (diese Veranstaltungen wurden
von einer interessierten Schülerin organisiert) und eine lebendige
Veranstaltung im Kultur- und Freizeitzentrum Marburg, meiner zweiten
Heimatstadt.
„Das siebte Jahr-Von Tibet nach Indien“
ISBN: 3-462-03691-2
Herausgeber: Kiepenheuer&Witsch
Es erscheint im August 2006
Das Buch kann mann hier
kaufen
|
|
- "Das
siebte Jahr" als Hörbuch.
In diesem Herbst wird das Hörbuch vom Lübbe-Verlag
produziert. Das Besondere an diesem Hörbuch wird sein, dass es
allein von Blinden aufgelesen wird. Ich werde den Großteil
übernehmen, blinde Kinder und Jugendliche, phantastische
Braille-Leser werden die Stimmen von Kyila, Tendsin, Gyendsen und
Bungzo sprechen. Mehr dazu im Jahres - Endbericht.
- Neues
zum Film
Blindsight
Ueber die Lhagpa Ri-Besteigung mit sechs unserer Jugendlichen und dem
Amerikaner Erik Weihenmayer, er ist der erste blinde
Bergsteiger der den Everest bezwungen hat, ist ein
Dokumentarfilm gemacht worden. Dieser Film gewann auf der Berlinale im
Februar dieses Jahres von fünfzig Filmen den Publikumspreis. Im
Januar wird der Film in Originalfassung und als synchronisierte Fassung
in die deutschen Kinos kommen.Unsere Synchronstimmen werden Paul und
ich selbst übernehmen.
Mehr
Info: www.blindsightthemovie.com
- Danksagung
Alles, was wir bisher auf die Beine gestellt haben, konnte nur durch
Ihre Hilfe, Ihre Geduld und Ihr Vertrauen in unsere Ideen und Visionen
realisiert werden. In diesem Sinne möchte ich mich auch im Namen
unserem immer größer werdenden internationalen Team und
natürlich im Namen der blinden Kinder Tibets für Ihr
Interesse und Ihre großzügige Unterstützung
bedanken.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diesen
Nachrichtenbrief an Freunde, Verwandte und Bekannte weiterschicken
könnten. Vielen Dank! Mehr Informationen finden Sie auf unserer
Webseite: www.braillewithoutborders.org
Mit den
herzlichsten Grüßen und Wünschen von einem
sonnigen Tibet,
Ihre Sabriye Tenberken
PS auch von Paul Kronenberg

|
Aussicht
in Tibet: Ein
Yak vor dem
Yamdrok See
|
All Contents
Copyright ©2005 Braille Without Borders All Rights Reserved.
Web site sponsored by National Importers Inc.
Web Design sponsored by Summa Systems Ltd.
|