Braille without borders the right to be blind without being disable

NEU
Bericht JULI 2007

JAHRESBERICHT 2006


interview Sabriye Tenberken & Paul Kronenberg


PROJEKT KERALA

- Konzept
- Application form

PROJEKT TIBET
- Konzept
- Besuchszeiten Lhasa

- Info Förderkreis

Unterstützung:
- Spende
- Mitgliedschaft

Info Bücher:
- NEU: Das siebte Jahr
- Mein Weg führt nach Tibet
- Tashis neue Welt


- Bericht Mai 2006
- Jahresbericht 2005
- Jahresbericht 2004

- Reisebericht Geschaeftsfuehrerin

- Bericht Ladakh


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  BERICHT JULI 2007

"Liebe Eltern, Ihr müsst Euch nicht um Eure Kinder sorgen. Die Farm ist  sauber und das Essen ist gut." Mit diesen Worten verabschiedete die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Lhasa heute einige blinde Schülerinnen und Schüler, die von Wangchen Geleg, dem Vize-Präsidenten der tibetischen Behindertenorganisation, für eine Berufsausbildung nach Shigatse zur Trainingsfarm begleitet wurden. 

Durch die Arbeit der tibetischen Behinderten-Organisation und der Organisation Braille-Ohne-Grenzen sind den Blinden Tibets neue Chancen eröffnet worden. Durch die Vorschule in Lhasa und das Berufsausbildungszentrum in Shigatse werden die Blinden Tibets von nun an in der Lage sein, sich in weiterführende Regelschulen und qualifizierte Berufe zu integrieren."

Rede TDPF
Verabschiedungszeremonie der neuen Schueler

Liebe Freunde und Förderer von Braille-Ohne-Grenzen,
  
Diese Worte, ausgesprochen von einer hochrangigen Politikerin, zeigen, dass sowohl das Lhasa-Projekt als auch die Trainingsfarm in Shigatse/Pelshong volle politische Anerkennung erfährt. Ja, für etliche tibetische und chinesische Regierungsbeamte und Delegationen wurde die Farm zu einem beliebten Picknickplatz. Von oberster Regierungsebene wurde der Wunsch geäußert, man möge doch zur besseren Orientierung am Straßenrand ein großes Schild aufstellen. Außerdem sollten wir schnell ein dauerhaftes, buntgeschmücktes Picknickzelt zur Verfügung stellen, damit die picknickfreudigen Offiziellen gleich mit dem Zuprosten beginnen können.
Für die Zukunft planen wir einen eigenen Picknickplatz, damit der Farm-und Ausbildungsbetrieb unbehelligt weitergeführt werden kann.

Es ist wieder ein halbes Jahr vergangen und es wird Zeit für einen Kurzbericht.

- Gyendsen geht nach Japan

Kienzen in 1999
Kienzen in 2007
Kienzen und Sabriye in 1999
Kienzen und Sabriye in 2007

Gyendsen, ein Schüler der ersten Generation, wurde aus einer stattlichen Anzahl von weltweiten Interessenten für das IKEDA ICT STIPENDIUM 2007 ausgewählt. Die acht ausgewählten internationalen blinden und sehgeschädigten Studenten werden zunächst für einige Wochen in Malaysia am Computer unterrichtet und anschließend von dort zusammen nach Japan reisen. Die Organisation World Blind Union-Asia Pacific übernimmt alle Kosten für Transport, Ausbildung, und Unterkunft. Zudem erhält Gyendsen seinen eigenen Laptop.


- "The unforgettable story"

Die vorbereitende Grundschule in Lhasa veranstaltete im Mai dieses Jahres einen Geschichten-Erzähl-Wettbewerb. Die Schüler aller Altersstufen bekamendie Aufgabe, jeweils in einem von drei vorgeschlagenen Themenbereichen in Englisch, Tibetisch oder Chinesisch Geschichten zu erzählen oder niederzuschreiben. Die Themen umfassten: Animal Stories, Human Stories und Ghost Stories. In der Kategorie Animal Stories, gewann der 14jährige Jampa Kelsang, mit seiner Geschichte " Der Tiger und der Hirsch", eine Erzählung über einen
trickreichen Hirsch, der einen starken Tiger in die Flucht schlägt. In der Kategorie Ghost Stories gewann der 5-jährige Nyima Punzog. Der ungewöhnliche Titel seiner noch ungewöhnlicheren Geschichte lautete: Der Geist im gläsernen Badezimmer. Sie handelt von einem Jungen, der gerne badet aber von einem Geist mehrmals aus dem Badezimmer entführt wird.
 
Gewinner der Kategorie Human Stories ist der 17jährige Dachung mit einer Liebesgeschichte: "Die unvergessliche Geschichte" (The Unforgettable Story). Diese Geschichte handelt von einem blinden Jungen und den Komplikationen, die sich ergeben, weil er sich in ein sehendes Mädchen verliebt."The Unforgettable story" wurde von mir als Hörspiel in englischer Sprache verarbeitet. Sprecher und Musiker sind Kinder des Blindenzentrums.

Dachung ist froh mit seinen Preis
Wanglliest Braille
Dachung hat gerade einen Preis
bekommen fuer beste Geschichte
Wangla uebt das Braille Schrift lesen.


- Winter-Sturmschäden in Lhasa 

Im Januar hat ein Sturm das Dach vom Gebäude gefegt. Zum Glück ist niemanden etwas geschehen. Inzwischen hat eine chinesische Firma wieder ein neues Dach gebaut.
 

- Massageschüler gehen nach Peking

Die chinesische Behinderten Organisation lädt fünf Schüler und einen Lehrer für einen umfassenden fünfmonatigen Kurs in medizinischer Massage nach Peking ein. Alle Schüler bekommen eine staatliche Lizenz. Die Kosten werden vom Staat übernommen.

Shigatse/Pelshong

Farm Shigatse
Die Farm in Shigatse

- Pläne für den Sommer
Für den Sommer ist der Bau einer Bio-Bäckerei geplant. Dieses Projekt hat folgenden Hintergrund:da die Farm schon seit ein paar Jahren biologischen Hochland-Roggen anbaut und wir das wertvolle Getreide nicht ausschließlich an unsere Kühe verfüttern wollen, machte uns der in Berlin lebende tibetische Biobäcker, Päma Namgyal, den Vorschlag, Blinde in der Herstellung von Backwaren zu unterrichten. Päma möchte dazu selbst nach Pelshong kommen und das Training eigenhändig durchführen.
 
Die Ausbildung von Blinden und sehgeschädigten Tibetern zum Biobäcker würde
viel Gutes nach sich ziehen.
 
1. Durch die Ausbildung in der Biobäckerei werden Blinde neue Berufs-Chancen erhalten. Tibetweit wäre es die bisher einzige Biobäckerei.
2. Tibeter lieben deutsches Brot, denn es wird wie das tibetische Brot mitSauerteig hergestellt.
3. Das tibetische Brot wird nur mit Gerste und Weizen gebacken. Unser Brotkönnte, mit Roggen angereichert, in Tibet ein wichtiger Beitrag zur gesünderen Ernährung werden.
4. Es gibt auch viele deutsche, holländische und australische Touristen, diegerne gutes Brot essen.
5. Das Biobrot wäre neben dem Käse und dem biologisch angebauten Gemüse einweiterer Beitrag zur langfristig finanziellen Unabhängigkeit der Farm.
6. Der Verkauf des Brotes wird einen Marketing-Kurs für Blinde nach sich ziehen.
 
Angeschlossen an die Biobäckerei wird eine kleine Wursterei und ein
Khampa-Coffeehaus für Durchreisende gebaut. Das Gebäude wird in lauschiger
Atmosphäre an einem kleinen Teich gelegen sein.
 
Finanziert wird das Projekt größtenteils durch Stiftungen aus China und den USA.

INDIEN - Thiruvananthapuram

Dormblock under construction
Stand Bau Dormitory Juni 2007

- Internationales Zentrum für Entwicklung und Projektplanung

Internationales Zentrum für Entwicklung und Projektplanung. Das Zentrum wird im Juni nächsten Jahres für internationale blinde und sehgeschädigte Teilnehmer, die selbst ein Projekt nach dem Tibet - Modell aufbauen möchten, eröffnet.
Dank der harten Arbeit von Tigi Philipp, unserer lokalen Managerin und einer hoch motivierten Arbeitsgruppe von Professoren im Bereich Management, Psychologie und Kommunikation, ist der Rahmen für ein neues Curriculum fertiggestellt. Nun müssen Stellen für einen Direktor und für hoch qualifizierte Lehrer indienweit ausgeschrieben werden. Auch soll das Zentrum zumindest in englisch einen neuen Namen erhalten. Der Name soll darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Ausbildung von Leitern und Initiatoren sozialer Projekte handelt. Oft wird dieses Ausbildungszentrum mit einer Schule oder einem Trainingszentrum für zukünftige Lehrer verwechselt.  Wir haben uns vorläufig auf den folgenden Namen geeinigt:

„BWB-International Institute for Social Entrepeneurs“


- Geister, Regen und schlaflose Nächte

Der Bau des Ausbildungszentrums in Kerala geht mit großen Sprüngen voran,  auch wenn es in den letzten Monaten einige Rückschläge gegeben hat. Man sprach von einem bösen Geist, der auf dem Anwesen sein Unwesen zu treiben scheint. Ein Mitarbeiter wurde von einer Schlange gebissen, ein anderer machte einen Selbstmordversuch, worauf einige andere Arbeiter anfingen zu streiken, und wieder ein anderer Arbeiter bekam eines Abends eine Tobsuchtsanfall und benahm sich für kurze Zeit völlig unkontrolliert. Immerhin scheint jedoch
der böse Geist Gnade walten zu lassen, denn die Schlange war nicht giftig,  der Selbstmörder hat alles ohne Schaden überlebt, die Streikenden haben ihre Arbeit wieder aufgenommen, und die Kontrolle über den verrückt gewordenen Bauarbeiter ist wieder hergestellt. Das größte Problem ist nun der unablässige Regen, der uns und allen Mitarbeitern in den vergangenen Wochen den Schlaf geraubt hat. Leider waren vor Eintreffen des Monsuns noch nicht alle Dächer gegossen, sodass die Lehmwände erheblichen Schaden davon getragen haben. Zurzeit konzentriert man sich auf die Steinmauern und auf  die Dächer. Die Lehmwände der zweiten Stockwerke werden dann nach der Regensaison neu gebaut. Im November dieses Jahres soll das Gebäude fertig sein, Dann wird der Landschaftsplan mit Pflanzungen tropischer Bäume, der Einrichtung eines Duftgartens, Wasserreservaten, Fischteichen und einem kleinen Hafen für Kayaks und Ruderboote umgesetzt.

Sonstiges

- Das Siebte Jahr

Im letzten Frühjahr machten wir eine zweite Lesetour durch Deutschland. Während der eineinhalbstündigen Veranstaltungen lasen wir wechselseitig Ausschnitte aus dem neuesten Buch "Das siebte Jahr", berichteten von Neuigkeiten aus Tibet und Indien und zeigten aktuelle Kurzfilme. Die Veranstaltungen waren immer gut besucht. Zu den Highlights gehörten eine Lesung im Werler Hochsicherheitsgefängnis vor 35 langjährigen Insassen, eine Lesung im Dunkeln, veranstaltet vom Kultur- und Kommunikationszentrum Sumpfblume in Hameln, zweimal vor einem äußerst lebhaften Publikum in der Stuttgarter Waldorfschule (diese Veranstaltungen wurden von einer interessierten Schülerin organisiert) und eine lebendige Veranstaltung im Kultur- und Freizeitzentrum Marburg, meiner zweiten Heimatstadt. 











„Das siebte Jahr-Von Tibet nach Indien“
ISBN: 3-462-03691-2
Herausgeber: Kiepenheuer&Witsch
Es erscheint im August 2006
Das Buch kann mann hier kaufen



 





Buchcover "Das Siebte Jahr"  

- "Das siebte Jahr" als Hörbuch.
In diesem Herbst wird das Hörbuch vom Lübbe-Verlag produziert. Das Besondere an diesem Hörbuch wird sein, dass es allein von Blinden aufgelesen wird. Ich werde den Großteil übernehmen, blinde Kinder und Jugendliche, phantastische Braille-Leser werden die Stimmen von Kyila, Tendsin, Gyendsen und Bungzo sprechen. Mehr dazu im Jahres - Endbericht.

- Neues zum Film Blindsight
Ueber die Lhagpa Ri-Besteigung mit sechs unserer Jugendlichen und dem Amerikaner Erik Weihenmayer, er ist der erste
blinde Bergsteiger der den Everest bezwungen hat, ist ein Dokumentarfilm gemacht worden. Dieser Film gewann auf der Berlinale im Februar dieses Jahres von fünfzig Filmen den Publikumspreis. Im Januar wird der Film in Originalfassung und als synchronisierte Fassung in die deutschen Kinos kommen.Unsere Synchronstimmen werden Paul und ich selbst übernehmen.                                                                              Mehr Info: www.blindsightthemovie.com

- Danksagung
Alles, was wir bisher auf die Beine gestellt haben, konnte nur durch Ihre Hilfe, Ihre Geduld und Ihr Vertrauen in unsere Ideen und Visionen realisiert werden. In diesem Sinne möchte ich mich auch im Namen unserem immer größer werdenden internationalen Team und natürlich im Namen der blinden Kinder Tibets für Ihr Interesse und Ihre großzügige Unterstützung bedanken.
 

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diesen Nachrichtenbrief an Freunde, Verwandte und Bekannte weiterschicken könnten. Vielen Dank! Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite: www.braillewithoutborders.org

Mit den herzlichsten Grüßen und Wünschen von einem sonnigen Tibet,

Ihre Sabriye Tenberken
PS auch von Paul Kronenberg


Seeblick auf lake Yamdrok
Aussicht in Tibet: Ein Yak vor dem Yamdrok See

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